Berlin: Polizei sucht einen neuen Verdächtigen

Bundesanwaltschaft setzt eine Belohnung von bis zu 100'000 Euro aus

LKW rast wohl absichtlich in Menschenmenge.

Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin fahndet die Polizei jetzt gemäss Berichten verschiedener deutscher Medien nach einem neuen Verdächtigen. Der Mann habe sich abwechselnd in Nordrhein-Westfalen und Berlin aufgehalten. Er hätte offenbar in den vergangenen Monaten aus Deutschland abgeschoben werden sollen. Die Deutsche Bundesanwaltschaft hat inzwischen eine Belohnung von 100'000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen.

Die Fahndung stützt sich auf einen Ausweis, der im Lastwagen des Amokfahrers gefunden wurde. Gemäss Medienberichten sei eine sogenannte Duldungsbescheinigung mit den Personalien gefunden worden. Das Ausweisdokument sei auf einen Tunesier ausgestellt.

Der Mann konnte wegen fehlender Papiere nicht abgeschoben werden

Der Asylantrag des Manns sei im Sommer abgelehnt worden, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf. Er habe aber nicht abgeschoben werden können, "weil er keine gültigen Ausweispapiere hatte" und Tunesien zunächst bestritten habe, dass er Bürger des Landes sei. Die für die Abschiebung wichtigen tunesischen Ausweispapiere trafen den Angaben zufolge heute Mittwoch ein, zwei Tage nach dem Anschlag in Berlin. Der Mann sei in der Vergangenheit im Visier der Behörden gewesen.

Beteiligung am Anschlag ist nicht geklärt

Eine Tatbeteiligung am Berliner Anschlag sei aber nicht geklärt, sagte Jäger weiter. Auch der deutsche Innenminister Thomas de Maizière betonte, bei dem Verdächtigen müsse es sich nicht zwingend um den Täter handeln.

Hunderte Hinweise

Die Berliner Polizei hat nach eigenen Angaben mehr als 500 Hinweise zu dem Anschlag erhalten. Einen zunächst festgenommenen Verdächtigen hatten die Ermittler am Dienstag wieder freigelassen, nachdem sich gegen ihn kein dringender Tatverdacht ergeben hatte. Beim Anschlag am vergangenen Montagabend sind zwölf Menschen ums Leben gekommen, viele wurden verletzt.

Audiofiles

  1. Update zum Anschlag in Berlin. Audio: Caspar van de Ven

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