Junge Moslems in der Schweiz sind kritisch

Auf bekannte Prediger hören sie wenig

Symbolbild: Die Kaaba in Mekka nach dem Freitagsgebet

Islamische Prediger kommen bei jungen Moslems in der Schweiz schlechter an als angenommen. Diese würden mit religiösen Autoritäten deutlich kritischer und selbstbestimmter umgehen, wie eine neue Studie der Universität Luzern zeigt.

Junge Moslems in der Schweiz sind dem Islam gegenüber kritischer als vermutet. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Universität Luzern. Die Studienteilnehmer würden sich nur wenig an Imamen in Moscheen, an Internetpredigern oder an in der Öffentlichkeit prominent auftretenden muslimischen Organisationen orientieren. Hingegen würden sie ihre Religion individuell, kritisch und eigenständig interpretieren.

Nahestehende Bezugspersonen und Vorbilder

Bei Fragen zu Religion und Alltag nutzen und vergleichen die jungen Moslems laut der Studie Suche unterschiedliche Medien und Angebote. Meinungen von Eltern, Freunden und Vertrauenspersonen in den Moscheegemeinden spielen eine wichtige Rolle, schreiben die Forscher. Der persönliche Kontakt sei den jungen Moslems wichtig. Kleiner als angenommen sei der Einfluss der Imame in den Moscheen oder der Internetprediger. An ihre Stelle dienten stattdessen bekannte muslimische Künstler oder erfolgreiche muslimische Geschäftsleute als Vorbild. 

Moscheen und islamische Organisationen müssten sich darum noch mehr bemühen, auf die Bedürfnisse von jungen Moslems in der Schweiz einzugehen, so Andreas Tunger, Mitautor der Studie, gegenüber Radio Pilatus. Befragt wurden rund 60 junge Moslems in der Schweiz im Alter zwischen 15 und 30 Jahren.

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