Luzerner Landwirtschaft belastet Umwelt

In den meisten Fällen hat Gülle die Gewässer verschmutzt

Gewässerverschmutzungen führen oft zu Fischsterben

Audiofiles

  1. Luzerner Landwirtschaft belastet Umwelt: Immer wieder verschmutzt Gülle Gewässer. Audio: David von Moos

Im vergangenen Jahr sind im Kanton Luzern 82 Gewässerschmutzungen registriert worden. 18 davon haben zu einem Fischsterben geführt. Der Luzerner Fischereiverband ist verärgert.

2016 wurden der Luzerner Polizei insgesamt 82 Gewässerverschmutzungen gemeldet. Das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Staatskanzlei des Kantons Luzern am Donnerstag mitteilte. Die Ursachen für die Umweltbelastungen haben laut dem Kanton verschiedene Gründe.

Landwirtschaft führt Liste an

33 Fälle sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen, 27 davon auf Gülle. Fünf Verschmutzungen wurden durch Baustellenabwasser verursacht, fünf durch Abwässer von Industrie- und Gewerbebetrieben und vier durch andere Ursachen wie zum Beispiel Leitungsspülungen. In 16 weiteren Fällen entstanden Verunreinigungen durch die Einleitung von Löschwasser (2), durch Ölunfälle (6) und die Einleitung von Abwasser (8).

In 19 Fällen konnte die Ursache nicht ermittelt werden. Dabei handelt es sich um Trübungen oder unbekannte Stoffe, die nicht klar zugeordnet werden können, wie in der Statistik der Luzerner Polizei zur Widerhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz nachzulesen ist.

Mehr Verschmutzungen durch Gülle

Der kantonale Fischereiverband ist verärgert. "Zu viele kaputte Gewässer, zu viele tote Fische", schreibt er in einer Stellungnahme. Die Ursache für die im Vergleich zu andern Kantonen hohe Zahl liege am hohen Tierbestand im Kanton Luzern, den entsprechend hohen Güllenmengen und den hohen Unfallgefahren im Umgang mit Gülle.

Für die meisten Gewässerverschmutzungen in der Landwirtschaft ist Gülle verantwortlich. 27 Fälle wurden gezählt, 10 davon hatten ein Fischsterben zur Folge. Diese Zahlen liegen laut dem Kanton Luzern im Durchschnitt der vergangenen 6 Jahre, sind aber deutlich höher als noch 2015. Grund dafür sei der verregnete Sommer. Dadurch sei mehr Gülle in die Gewässer weggeschwemmt worden.
 
Ursache für die meisten Gülleunfälle sei aber menschliches Versagen, etwa unsachgemässes und unbeaufsichtigtes Umpumpen oder Fehlmanipulationen. Auch technische Mängel führten oft zu Gewässerverschmutzungen durch Gülle, schreibt der Kanton Luzern weiter. Deshalb wolle man zusammen mit dem Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband weitere Massnahmen in die Wege leiten, um die Sicherheit beim Umgang mit Gülle zu erhöhen.

Weniger Verschmutzungen durch Baustellen

Die Zahl der durch Industrie und Gewerbe verursachten Vorfälle war gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Dass es weniger Gewässerverschmutzungen wegen Baustellenabwasser gegeben habe, falle positiv auf, schrieb der Fischereiverband des Kantons Luzern in seiner Stellungnahme. Die Massnahmen des Kantons in Zusammenarbeit mit dem Baumeisterverband habe sich positiv ausgewirkt. „Die Stossrichtung stimmt“, wird Markus Fischer, Präsident des Luzerner Fischereiverbands, in der Mitteilung zitiert.

Kommentieren

comments powered by Disqus