Baustart zum Asylzentrum Grosshof in Kriens

Es dient ausschliesslich unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden

Flüchtlinge (Symbolbild)

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  1. Kurz vor Baubeginn: Das Asylzentrum Grosshof in Kriens. Audio: Fabian Kreienbühl

Die Bauarbeiten zum Asylzentrum Grosshof in Kriens beginnen demnächst. Es soll aber nicht wie ursprünglich geplant als Durchgangszentrum dienen, sondern als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Bezugsbereit soll das Asylzentrum im November sein.

Es ist schon länger bekannt, dass in Kriens ein neues Asylzentrum gebaut wird. Im Dezember 2015 gab das Luzerner Kantonsparlament für den Bau des Asylzentrums Grosshof Grünes Licht und genehmigte einen Kredit von gut sechs Millionen Franken (Radio Pilatus berichtete). Nun informierte die Luzerner Kantonsregierung heute Freitag über die künftige Nutzung des Asylzentrums. Laut der Regierung besteht aufgrund der starken Zunahme an Asylgesuchen von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden ein dringender Bedarf an mehr Unterbringungsplätzen. Gemeinsam mit der Gemeinde Kriens beschloss der Kanton deshalb, das ursprünglich geplante Durchgangszentrum Grosshof mit 120 Plätzen als Asylunterkunft für Minderjährige zu nutzen. Dafür wird das Zentrum Pilatusblick in Kriens planmässig Ende November geschlossen.

Grosse Vorteile
Der Vorteil einer Unterkunft exklusiv für Minderjährige liege darin, dass die jugendlichen Bewohnerinnen und Bewohner intensiver betreut würden und somit auch eine gewisse Ruhe im Betrieb gegeben sei, so die Regierung. Im Grosshof werden die Jugendlichen in Wohngruppen zusammenleben und durchgehend betreut. Klar, dass eine solche Betreuung auch viel kostet.

Aber auch hohe Kosten
Momentan kostet die Unterbringung in einem Asylzentrum pro Person und pro Jahr 30'000 Franken. Zwar wird der Kanton Luzern vom Bund finanziell unterstützt, laut dem Luzerner Sozialdirektor Guido Graf jedoch viel zu wenig. Die Betreuung von minderjährigen Asylsuchenden sei viel aufwendiger als die von erwachsenen Asylsuchenden. Mit 50 Franken vergüte der Kanton jedoch dieselbe Tagespauschale wie für Erwachsene. Zukünftig bestehe hier also noch deutlich Handlungsbedarf, so Guido Graf.

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