ÖV-Angebot: Ausbau auf Sparflamme

Kanton Luzern setzt auf kostengünstige Massnahmen

Der 1er-Bus der vbl. Doppelgelenktrolleybusse Doppelgelenktrolleybusse Doppelgelenktrolleybusse Neuer Busbahnhof am Seetalplatz in Emmenbrücke: Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember verkehren hier die neuen Buslinien 5 oder 40. Der neue Busbahnhof in Emmenbrücke wird ab dem 10. Oktober in Betrieb genommen.

Der Kanton Luzern will das Angebot im öffentlichen Verkehr weiter ausbauen. Für grosse Sprünge fehlt aber das Geld. Deshalb stützt sich der Kanton beim Ausbau auf die bestehende Infrastruktur und das vorhandene Angebot.

Der öffentliche Verkehr im Kanton Luzern soll leistungsfähiger, bequemer und schneller werden. So formuliert der Kanton Luzern das Ziel der am Dienstag vorgestellten kantonalen ÖV-Strategie für die nächsten vier Jahre. Weil die finanziellen Mittel wegen des Sparprogramms knapp sind, setzt der Kanton beim geplanten Ausbau auf die bestehende Infrastruktur und das vorhandene Angebot. 

Bushubs und S-Bahnen
Konkrete ÖV-Projekte für die Agglomeration sind der Bushub in Ebikon mit einer Verlängerung der Trolleybus-Linie 1 bis zur Mall of Switzerland, der Bushub in Kriens Mattenhof und die neue Doppelgelenk-Trolleybus-Linie 3 Würzenbach–Littau. 

Auf 2021 hin ist eine neue S-Bahn Luzern-Horw vorgesehen. Insgesamt sollen bis dann Bus und Bahn besser miteinander verknüpft werden. Ebikon soll zum Bushub werden und von einem Trolleybus erschlossen werden, zwischen Littau und Würzenbach sollen neu die von den Linien 1 und 2 bekannten Doppelgelenk-Trolleybusse verkehren.

Durch den Ausbau des Angebots, des Rollmaterials und der Infrastruktur soll das System RBus schrittweise und koordiniert bis 2025 zu einem optimalen Nahverkehrssystem für die Agglomeration Luzern führen.

Bessere Vernetzung dank Apps

Vom Ausbau profitieren sollen nicht nur Stadt und Agglomerationen, sondern auch der Westen des Kantons. Richtung Willisau soll neu eine Schnell-S-Bahn fahren. Das Busnetz soll dort, aber auch in anderen Gebieten, stärker auf die Bahn ausgerichtet werden. Als wichtigste Massnahme für die nächsten vier Jahren wird die Verlängerung der S61 Luzern-Schachen bis Willisau genannt. Dieser Ausbauschritt soll beim Fahrplanwechsel 2019 realisiert werden. Vorgesehen ist eine Express-S-Bahn mit Halten in Littau, Malters, Wolhusen und Menznau. Das Busnetz im Westen Luzerns wird auf dieses neue Angebot ausgerichtet. Der wegfallende Halt in Schachen soll mit einer Busverbindung kompensiert werden.

Ausserdem will der Kanton Luzern die Bedürfnisse der 24-Stunden-Gesellschaft bei der Weiterentwicklung der Mobilität berücksichtigen. Dazu soll der klassische ÖV durch digitale Technologien wie Apps für Mobiltelefone besser vernetzt werden. Passende Sharing-Angebote wie Mitfahr- oder Veloverleihsysteme sollen Bus, Bahn und Schiff ergänzen.

Einen Überblick über die geplanten und die bereits realisierten Massnahmen gibt diese interaktive Karte des Verkehrsverbundes Luzern:

Mehr ÖV mit weniger Geld
Der Verkehrsverbund Luzern (VVL), der für den öffentlichen Regionalverkehr zuständig ist, wird vom Kanton und den Gemeinden für den Ausbau aber nicht mehr Geld erhalten. Bisher hat der VVL von Kanton und Gemeinden je rund 40 Millionen Franken erhalten. Das wird laut dem kantonalen Aufgaben- und Finanzplan (AFP) vorerst auch so bleiben. Der ständige Ausbau der ÖV-Angebote bei gleichbleibenden finanziellen Mitteln hat Folgen: Bis 2021 wird das Eigenkapital des Verkehrsverbundes aufgebraucht sein.

Wenn der Angebotsausbau wie geplant realisiert werden solle, müssten die Beiträge der öffentlichen Hand spätestens 2021 wieder erhöht werden, mahnt der VVL im Bericht zur Strategie. Ob diese Mittel zur Verfügung stünden, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert. Zur Finanzierung der Bushubs müsse der Kanton zudem die Investitionsmittel erhöhen.

Vernehmlassung bis Ende Mai
Die ÖV-Strategie 2018 bis 2021 wurde vom Verkehrsverbund Luzern im Auftrag des Kantons Luzern erarbeitet und am Dienstag in die Vernehmlassung geschickt. Behörden, Interessenverbände und Transportunternehmen können nun bis zum 5. Mai 2017 Stellung nehmen zur Strategie. Voraussichtlich im Herbst 2017 wird die Luzerner Kantonsregierung die ÖV-Strategie an das Kantonsparlament überweisen. 

Audiofiles

  1. Der Kanton Luzern will das Angebot im öffentlichen Verkehr weiter ausbauen. Für grosse Sprünge fehlt aber das Geld. Audio: David von Moos
  2. Luzerner ÖV soll digitaler werden. Audio: David von Moos

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