Schmerzgrenze bei Gesundheitskosten erreicht

Jahresmedienkonferenz des Preisüberwachers Meierhans

Der eidgenössische Preisüberwacher Stefan Meierhans

Das Gesundheitswesen und die Digitalisierung stehen im laufenden Jahr im Fokus des eidgenössischen Preisüberwachers Stefan Meierhans. Bei den Gesundheitskosten glaubt er, dass die Schmerzgrenze erreicht ist.

Seit der Einführung der obligatorischen Krankengrundversicherung vor über über zwanzig Jahren seien die Krankenkassenprämien fünfmal so schnell gestiegen wie die Löhne und die Gesundheitskosten doppelt so schnell gewachsen wie das Bruttoinlandprodukt, sagte Meierhans an der Jahresmedienkonferenz in Bern.

Die Anstrengungen der vergangenen Jahre - unter anderem bei den Tarifen für die stationären Spitalbehandlungen - hätten zwar zu Kostensenkungen von einigen hundert Millionen Franken geführt. Doch nun weise die ambulante Medizin grosse Wachstumsraten auf.

Die Medikamentenpreisen hätten sich eine Zeit lang stabilisiert. Doch mittlerweile sei diese Phase bereits wieder vorbei. Meierhans glaubt, dass nun die "Schmerzgrenze erreicht ist". Ohne Kostenbremse im Gesundheitswesen profitierten weiterhin nur die Leistungserbringer und die Prämienzahler müssten für die Kosten aufkommen.

«Monopolisten» im Internet

Im Auge behalten will der Preisüberwacher unter anderem auch Buchungsplattformen, Sharing Economy oder Bieterplattformen. Meierhans hat in diesem Zusammenhang bereits eine Untersuchung gegen die Hotelbuchungsplattform booking.com eingeleitet. Überprüft werde unter anderem, wie viel ein Hotelier bezahle, damit er auf der Plattform aufgeschaltet sei, wo er aufgeführt werde und wie viel Kommission ihn das koste. "Wir sind erst am Anfang der Untersuchung und es wird sich weisen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Eingreifen überhaupt gegeben sind", sagte Meierhans.

 

Audiofiles

  1. Gesundheitskosten und Internetplattformen im Fokus des Preisüberwachers.. Audio: Matthias Strasser

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