SBB verzichtet auf Zugsdurchsagen

... und stösst damit auf Widerstand

Symbolbild SBB

Die SBB hat in einem Pilotversuch ihre Durchsagen in Zügen und Bahnhöfen reduziert – und provoziert damit Widerstand.

Die SBB will die Durchsagen in Zügen und Bahnhöfen in Zukunft reduzieren. Ein entsprechender Pilotversuch läuft auf der Zugstrecke St. Gallen – Zürich. Gemeldet werden nur noch ausserordentliche Ereignisse und Informationen wie eine Gleisänderung oder der Ausfall von Zügen. Nicht mehr kommuniziert werden Informationen über Anschlüsse oder auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet.

Zu wenig Informationen
Gerade diese Informationen seien aber für behinderte oder ältere Menschen sehr wichtig, heisst es unter anderem von Seiten der Behindertenorganisation Agile. Agile habe deshalb mit einem Brief bei der SBB interveniert, berichtet die Tagesschau. Auch CVP-Nationalrat Christian Lohr will dies nicht einfach hinnehmen. Er will am Montag einen Vorstoss zum Thema einreichen.

Weniger ist mehr
Die SBB stellt sich auf den Standpunkt, dass bei zu vielen Informationen wirklich relevante Informationen, zum Beispiel bei Störungsfällen, untergehen. Dies habe eine Auswertung von Kundenreaktionen ergeben. Zudem habe man die Erfahrung gemacht, dass sich gerade behinderte Menschen vor Antritt der Zugfahrt sehr genau über ihre Reise informieren.

Die Testphase der SBB läuft noch bis Ende April. Anschliessend will die SBB Bilanz ziehen.

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