Masterstudium für Kindergärtnerinnen?

Die Primarlehrerausbildung soll schon bald bis zu 5 Jahre dauern

Wer als Kindergärtnerin arbeiten will, braucht vielleicht schon bald ein Masterstudium.

Wer in Zukunft die Primarlehrerausbildung machen will, dürfte dafür mehr Zeit benötigen. Die Rektoren der pädagogischen Hochschulen erarbeiten ein Strategiepapier, das im Herbst vorgestellt werden soll, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Dabei geht es um einen Ausbau des dreijährigen Bachelor-Studiengangs zu einem Masterstudium von viereinhalb bis fünf Jahren Dauer. «Die Anforderungen an die Schule nehmen zu, dem müssen wir Rechnung tragen», sagt Hans-Rudolf Schärer, Präsident der pädagogischen Kammer beim Hochschulrektorenverband in der «NZZ am Sonntag». Man wolle eine Diskussion anstossen.

Die Verlängerung des Studiums würde auch die Kindergärtnerinnen betreffen. Heute schon bieten die meisten pädagogischen Hochschulen (PH) nur noch einen kombinierten Lehrgang für Kindergarten und Primarschule an. Diese Ausbildung würde ebenfalls als Master geführt, sagt Schärer. Dies ist im Sinne der Lehrerinnen: «Es darf in Zukunft keine reine Kindergartenausbildung mehr geben», sagt Ruth Fritschi vom Lehrer-Dachverband Schweiz. Dies weil der Kindergarten gemäss Harmos und Lehrplan 21 zur Schule gehört. Fritschi begrüsst die Aussichten auf ein Masterstudium für die unterste Schulstufe. «Die Verhaltensauffälligkeiten haben zugenommen, die Kinder sind beim Eintritt jünger als früher», sagt sie. Das Unterrichten werde immer anspruchsvoller. Eine Verlängerung des Studiengangs würde aber auch Forderungen nach höheren Löhnen nach sich ziehen. Mehrkosten entstünden auch bei den Hochschulen. Skeptisch ist darum die Zürcher Präsidentin der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Silvia Steiner: «Man müsste sehr genau überlegen, welche Folgen das haben könnte.»

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