Kanton Luzern mit Defizit von 50 Mio. Franken

Gesundheitskosten und Finanzausgleich drücken das Ergebnis

Der Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann

Der Kanton Luzern hat im vergangenen Jahr ein Minus von knapp 50 Millionen Franken eingefahren, knapp 9 Millionen schlechter als budgetiert. Dennoch ist der Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann nun zuversichtlich für die kommenden Jahre.

Auf die Finanzen des Kantons Luzern haben vor allem zwei Bereiche gedrückt: Gesundheit (6,4 Mio.Mehrausgaben) und Finanzausgleich (25,4 Mio Mehrausgaben). Vor allem im Bereich Gesundheit ist das Ergebnis jedoch erklärbar und einmalig. Weil der Kanton durch einen Systemwechsel im vergangenen Jahr mehr Kosten bei den stationären Behandlungen übernehmen musste, konnte das Budget nicht eingehalten werden, so Finanzdirektor Marcel Schwerzmann.

Finanzdirektor blickt positiv in die Zukunft

Trotz des Defizits von rund 50 Millionen Franken ist Finanzdirektor Marcel Schwerzmann nicht unzufrieden mit dem Ergebnis. Klar sei es nicht gut, einen solchen Verlust einzufahren. Für die kommenden Jahre sei aber Besserung in Sicht. Im Bereich Gesundheit fallen systembedingte Zusatzkosten nun weg. Heisst: Der Kanton kann sich nun auf die natürlichen Probleme im Gesundheitswesen fokussieren und die steigenden Kosten in den Griff bekommen. Verursacht werden diese vor allem durch den technischen Fortschritt und die immer mehr älteren Menschen in der Bevölkerung.

Auch bei den Finanzen sieht Marcel Schwerzmann die Strategie des Kantons auf Kurs. Die Steuereinnahmen bei natürlichen und juristischen Personen sind 2016 klar gestiegen. Erstmals wurde über 1 Milliarde Franken Steuergelder eingenommen. Nun gehe es noch darum, dass der Kanton mehr von diesen Einnahmen behalten kann und nicht an andere Kantone und den Bund abgeben muss, so Schwerzmann. 

Risiko SVP-Referendum

Einen Strich durch die Rechnung machen könnte der Luzerner Kantonsregierung allerdings das SVP-Referendum gegen die geplante Steuerfuss-Erhöhung von 1,6 auf 1,7 Einheiten. Am 21. Mai entschiedet das Luzerner Stimmvolk darüber. Stimmt es der Steuererhöhung zu, so sollte es gemäss Marcel Schwerzmann mit den Kantonsfinanzen bergauf gehen. Lehnt das Volk eine Steuererhöhung jedoch ab, fehlen dem Kanton zusätzliche rund 64 Millionen Franken.

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