Globalisiert sich auch unsere Sprache?

Rücken unsere Dialekte immer mehr zusammen und reden wir bald "Einheitsbrei"?

Rücken unsere Dialekte immer mehr zusammen und reden wir bald einen "Einheitsbrei"?

Unsere Welt wächst immer mehr zusammen - Stichwort "Globalisierung"! Gilt dies nicht nur für unser Leben, sondern auch für unsere Sprache? Gibt es schon bald nur noch minime Unterschiede in den Dialekten, egal ob Luzerner, Berner oder St. Galler?

Wenn man an frühere Zeiten zurückdenkt, konnte man nicht einfach so von einem Ende der Schweiz ans andere reisen. Oder eben mal kurz eine SMS schreiben oder zum Telefon greifen. Man war umgeben von Leuten aus der Region, allesamt mit der gleichen Sprache. Und so blieben die verschiedenen Dialekte und auch Eigenheiten der Sprache bewahrt. Heute ist dies jedoch anders. Wir unterhalten uns weltweit, sprechen und schreiben zusammen und rücken so auch in der Sprache immer näher zusammen. Dass es schon bald ein "Einheitsbrei" gibt, davon geht Sprachforscherin Helen Christen aber nicht aus. «Dialekte werden sich grossflächig schon anpassen. Zum Beispiel der Berner Dialekt, der Luzerner oder der Zürcher. Aber eher kantonsintern. Das heisst beispielsweise, im Kanton Bern gibt es nicht mehr zwangsläufig viele unterschiedliche Dialekte. Sie rücken zusammen und es gibt einen Einheits-Berner-Dialekt".

Schleichender Wandlungsprozess
Unser Einfluss darauf, wie sich unsere Sprache entwickelt, der ist nur marginal. Es ist nämlich ein schleichender Prozess, so Helen Christen weiter. Oftmals merken wir gar nicht, wenn wir etwas Neues oder Anderes aufnehmen und auf einmal in unseren Wortschatz integrieren. Aber egal ob und wie sich unsere Sprache und unsere Dialekte entwickeln, Hauptsache wir verstehen uns auch in 100 Jahren noch.

Audiofiles

  1. Gibt es bald keine Dialekte mehr?. Audio: Caspar Van de Ven

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