Luzern mit Mustervertrag für Baurechte

Für die Vergabe von gemeinnützigem Wohnungsbau gibt es einheitliche Regeln

Die Stadt Luzern vereinheitlicht die Vergabe von städtischen Grundstücken für den gemeinnützigen Wohnungsbau.

Die Stadt Luzern will eigene Grundstücke vermehrt Wohnbaugenossenschaften im Baurecht zur Verfügung stellen. Damit die Baurechtnehmerinnen alle gleichbehandelt werden, hat die Stadtregierung einen Mustervertrag ausgearbeitet.

Ziel des sogenannten Luzerner Modells sei es, einen für alle fairen und nachvollziehbaren Vertrag zu erarbeiten, teilte die Stadt mit. Die Baurechtsdauer beträgt mindestens 30 und längstens 100 Jahre. Die Wohnbaugenossenschaft muss der Stadt für das Baurecht einen Zins zahlen, wobei dieser in den ersten fünf Jahren reduziert und anschliessend alle fünf Jahre angepasst werden kann.

Speziell beim Luzerner Modell ist, dass der Baurechtszins nicht aufgrund labiler Markteinflüsse angepasst wird, sondern auf staatlich abgestützten Kostenfaktoren basiert, schreibt die Stadtregierung. Dazu gehörten der Landesindex der Konsumentenpreise oder der Referenzzinssatz.

Die Stadt Luzern kann bei der Vergabe auch Anforderungen stellen, welche Art von Wohnraum entstehen soll. Soll es Wohnungen für Familien geben oder eher kleinere Wohnungen für ältere Personen oder Studenten? Zudem kann auch die Forderung nach einem Kinderkarten oder genügend Grünflächen gestellt werden. Angestrebt wird eine Durchmischung der sozialen Schichten und Lebensformen. Verlangt wird auch ein umweltfreundlicher Bau und Betrieb der Wohnhäuser.

Umsetzung der Wohnraum-Initiative vorantreiben

Vor bald fünf Jahren hatte das Stadtluzerner Stimmvolk die Initiative «Für zahlbaren Wohnraum angenommen». In Luzern muss es demnach bis 2037 einen Anteil an gemeinnützigem Wohnraum von 16 Prozent haben. In der Stadt Luzern gibt es vier potenzielle Flächen, welche verbaut werden können. An der Industrie-, der Bern-, und Eichwaldstrasse wie auch auf dem Urnerboden beim Rotsee sollen so bis zu 1'000 neue Wohnungen entstehen.

Als nächstes muss nun das Stadtparlament über den Vertrag beraten.

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