100 Tage Donald Trump

Viele Versprechen, wenige Taten

Donald Trump, der neue US-Präsident

Er hat vermutlich mehr Schlagzeilen produziert als jeder seiner Amtsvorgänger. Viele europäische Zeitungen fällen ein mässiges Urteil über die ersten 100 Arbeitstage des US-Präsidenten.

Neue Zürcher Zeitung
"Tatsächlich zeigt der plötzlich ausgebrochene Aktionismus, dass der Präsident weit mehr um seinen eigenen Ruf besorgt ist als um echte Veränderungen - sonst würde er sich eines Reformvorhabens nach dem anderen annehmen, und das nicht nur halbherzig. Anders als im Geschäftsleben setzen Veränderungen in Washington aber einen langen Atem und politische Allianzen voraus. (...) Auch andere Probleme Amerikas drängen, doch sie lassen sich nicht wie Punkte auf Checklisten abhaken - schon gar nicht innert 100 Tagen. Mit reiner Symbolpolitik lässt sich Amerika nicht wieder grossartig machen."

Tagesanzeiger
"Es gibt Dinge, über die weiss er nicht viel, und es gibt Dinge, die kümmern ihn nicht. Trotzdem tut er ständig etwas – sei es, dass er twittert, Dekrete unterschreibt oder Marschflugkörper losschickt. Diese ignorante Hyperaktivität, die im Falle Trumps mit viel Eitelkeit sowie der Überzeugung gepaart ist, immer recht zu haben, ist beim mächtigsten Mann der Welt eine gefährliche Mischung."

Frankfurter Allgemeine
"Dass Politiker Wahlkampfversprechen brechen, ist nichts Neues. Selten zuvor allerdings hatte ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat den Mund so voll genommen wie Trump. Umso ernüchternder erscheint vielen Beobachtern jetzt seine Bilanz."

Blick
"Unter Trump ist die Wahrheit gestorben. Am Laufmeter serviert er Lügen. Im Minutentakt sagt er Sachen, die anderen Politikern das Amt gekostet hätten."

Tagesschau.de
"Fest steht: Trump ist ein "Ankündigungsweltmeister". Kaum eines seiner Vorhaben konnte er bislang umsetzen. Dafür hat er die Spaltung Amerikas weiter vorangetrieben."

Focus
"Denn in einer Frage sollte man Trump nicht unterschätzen. Er möchte eine erfolgreiche Präsidentschaft hinlegen und damit das Fundament für die Dynastie der Trumps im politischen Kosmos der USA legen – wie die Kennedys und Bushs. Dazu wird er zu vielen Kompromissen bereit sein, aber gleichzeitig darauf achten, dass die Interessen seiner Kernwählerschaft verwirklicht werden."

 

Die Bilanz des Schweizer Politologen Louis Perron im Video:

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