Portugal gewinnt Eurovision Song Contest

Salvador Sobral siegt mit einer leisen Jazz-Ballade

Portugal hat den diesjährigen Eurovision Song Contest in Kiew gewonnen. Sänger Salvador Sobral setzte sich im Final mit dem Titel "Amar Pelos Dois" gegen seine 25 Konkurrenten durch.

Es ist der erste ESC-Sieg für Portugal. Der 27-jährige Sobral holte bei der 62. Ausgabe des Grandprix 758 Punkte. Er setzte sich damit deutlich gegen den ebenfalls hoch gehandelten Kollegen Kristian Kostow aus Bulgarien durch, der 615 Punkte erreichte. Moldau landete überraschend auf dem dritten Platz mit 374 Punkten. Sowohl bei den internationalen Jurys als auch beim Publikum kam Portugal auf Platz 1. Jury- und Publikumswertungen aus den in diesem Jahr insgesamt 42 ESC-Nationen hatten gleich viel Gewicht. Im Final waren 26 Länder angetreten, die Schweiz war einmal mehr nicht dabei. Die Gruppe Timebelle hatte am Donnerstag die Qualifikation für die Entscheidung des Eurovision Song Contest verpasst.

Duett mit Schwester

Der 27-jährige Gewinner Sobral verzichtete bei seinem Auftritt auf eine spektakuläre Show und überzeugte stattdessen mit viel Gefühl. Komponistin der Jazz-Ballade "Amar Pelos Dois" ist seine Schwester, die den Song zum Schluss der grossen Live-Show gemeinsam mit ihrem Bruder sang. Nach seinem Sieg plädierte Sobral dafür, wieder "Musik, die etwas bedeutet" anstelle von oberflächlicher Musik zu pflegen.

Teilnahme abgesagt

Überschattet wurde der bunte, eigentlich unpolitische Wettbewerb vom Konflikt zwischen dem Gastgeberland Ukraine und Russland. Der russischen Kandidatin Julia Samoilowa wurde wegen eines Auftritts auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim die Einreise in die Ukraine verwehrt. Nach neuer blutiger Gewalt in der Ostukraine sagte Präsident Petro Poroschenko am Samstag seinen Besuch beim Finale ab.

Audiofiles

  1. Portugal gewinnt zum 1. Mal den Eurovision Song Contest. Audio: Nicole Marcuard

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