Asylunterkunft Utenberg wird geschlossen

Der Kanton schliesst die letzte unterirdische Asylunterkunft

Der Eingang zur Zivilschutzanlage Utenberg.

Ende Juni 2017 wird der Betrieb der temporären Asylunterkunft Utenberg in der Stadt Luzern vorübergehend eingestellt. Damit schliesst auch die letzte unterirdische Unterkunft im Kanton. Die 100 Plätze werden aufgrund der aktuell ruhigen Lage im Asylwesen nicht mehr benötigt. Bei einem erneuten Anstieg der Asylgesuche kann die Asylunterkunft Utenberg aber jederzeit für maximal zwölf weitere Monate geöffnet werden.
 
Im Juli 2016 wurde die temporäre Asylunterkunft Utenberg eröffnet. Die unterirdische Zivilschutzanlage bietet Platz für 100 Personen und sollte gemäss Vereinbarung zwischen Kanton und Stadt Luzern für zwei Jahre, bis Juni 2018, betrieben werden. Weil die Zahl der Zuweisungen von Asylsuchenden an den Kanton Luzern seit Mitte 2016 stetig abnimmt und ausreichend Plätze in oberirdischen Asylzentren vorhanden sind, werden die Plätze in der Asylunterkunft Utenberg momentan nicht benötigt. Der Betrieb wird deshalb per 30. Juni 2017 eingestellt. Die derzeitigen 29 Bewohner werden in oberirdische Asylunterkünfte verlegt. Damit wird auch die letzte unterirdische Asylunterkunft des Kantons geschlossen.
 
Utenberg bleibt strategische Reserve
Sollten die Asylgesuche in der Schweiz wieder deutlich ansteigen, kann der Kanton Luzern – gemäss seiner Absprache mit dem Luzerner Stadtrat– die Asylunterkunft Utenberg jederzeit für maximal zwölf weitere Monate in Betrieb nehmen. Die vereinbarte Gesamtbetriebsdauer von zwei Jahren wird somit nicht überschritten.
 
Mit den drei Zivilschutzanlagen in Schötz, Horw und Utenberg Luzern verfügt der Kanton Luzern über insgesamt 300 Unterkunftsplätze in der strategischen Reserve. Damit sieht sich der Kanton Luzern derzeit in der Lage, die Asylunterbringung im Jahr 2017 aus eigener Kraft sicherzustellen.
 
Druck auf Schweiz bleibt hoch
Seit Jahresbeginn sind in Süditalien bereits mehr als 45'000 Migrantinnen und Migranten angelandet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von rund 40 Prozent. Mit dem Einsetzen des stabilen Sommerwetters wird diese Zahl in den nächsten Wochen voraussichtlich noch deutlich zunehmen. Derzeit halten sich rund 180'000 Migranten in den Empfangseinrichtungen in Italien auf. Nach wie vor ist die Schweiz zwar kein primäres Zielland, aufgrund des grossen Weiterwanderungspotenzials Richtung Norden bleibt der Druck jedoch hoch.

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