Luzern/Zürich: Medizin-Master auf der Zielgeraden

Gemeinsamer Studiengang soll Luzerner Gesundheitsversorgung verbessern

Symbolbild

Der gemeinsame Masterstudiengang Medizin der Universitäten Luzern und Zürich ist auf der Zielgeraden. Die Verantwortlichen haben heute über die Details informiert.

Die Universitäten Zürich und Luzern bilden künftig gemeinsam Ärztinnen und Ärzte aus. In diesem Herbst nehmen die ersten Studierenden ihr Bachelor-Studium in Medizin an der Universität Zürich auf. Im Jahr 2020 beginnen die ersten von ihnen das gemeinsame Masterstudium an der Universität Luzern.

Dort besuchen sie Veranstaltungen im Bereich der Gesundheitswissenschaften und absolvieren ihre praktische Ausbildung in Luzerner Spitälern und Hausarztpraxen. Die Verantwortlichen haben am Mittwoch über die konkrete Ausgestaltung des gemeinsamen Masterstudiengangs informiert.

Praktikumsjahr in Luzern

Diesen Herbst werden die ersten Studenten, die ihren Medizinabschluss in Luzern machen wollen, das Grundstudium in Zürich aufnehmen. Angemeldet haben sich laut den Verantwortlichen mehr Personen, als es Studienplätze gibt, nämlich 52. Ein Teil davon werde ab 2020 dann an der Universität Luzern Veranstaltungen im Gebiet Gesundheitswissenschaften besuchen. Mit den ersten Masterdiplomen nach dem neuen Studienmodell wird 2023 gerechnet. Ein Vorteil sei, dass die Studenten in Luzern in Kleingruppen unterrichtet würden, teilte der Kanton mit. Für den neuen Masterstudiengang in Luzern werden maximal 40 Personen zugelassen.

Am klinischen Unterricht werden Dozierende des Luzerner Kantonsspitals, der Luzerner Psychiatrie, des Instituts für Hausarztmedizin, der Hirslanden Klinik St. Anna und des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil beteiligt sein. Das obligatorische Praktikumsjahr wird grösstenteils in Luzern stattfinden.

Schweizweit mehr Ärzte ausbilden

Mit dem gemeinsamen Studienangebot soll die medizinische Versorgung des Kantons verbessert werden. Man wolle mithelfen, dass schweizweit zukünftig mehr Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden, so die Vertreter und Vertreterinnen von Kanton und Universität. Man brauche unbedingt Generalistinnen und Generalisten, an denen es momentan am meisten mangelt.

Die Luzerner Kantonsregierung hofft aber auch, dass das Angebot eines Masterstudiums an der Universität Luzern dazu beiträgt, dass in Zukunft möglichst viele der hier ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte nach dem Studium im Kanton Luzern oder zumindest in der Region zu bleiben.

Beitrag vom Bund

Finanziert wird der Aufbau der Ausbildung vom Bund. Für die Aufbaujahre 2017 bis 2020 können Zürich und Luzern einen Beitrag aus dem Sonderprogramm des Bundes für die Erhöhung der Anzahl Abschlüsse in Humanmedizin von insgesamt rund sieben Millionen Franken erwarten. Ab 2020 kann laut dem Kanton Luzern ein Grossteil der Kosten durch die jährlichen Grundbeiträge des Bundes und der Kantone ihre Studierende gedeckt werden. Zudem würden die Luzerner Spitäler, Kliniken und Hausärzte personelle, räumliche und teils auch finanzielle Beiträge leisten.

Der Kanton Luzern wird für die eigenen Studenten der Universität Luzern den gleichen Beitrag zahlen, wie er an eine ausserkantonale Universität überweisen würde. Pro Student handelt es sich um jährlich 51'000.- Franken.

Audiofiles

  1. Luzern/Zürich: Medizin-Master auf der Zielgeraden . Audio: David von Moos

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