Soldaten sollen Umgang mit Social Media lernen

Politiker fordern neue Richtlinien für Facebook, Instragram & Co.

Verteidigungsminiter Ueli Maurer soll den Soldaten neue Richtlinen für soziale Medien aufsetzen.

Egal ob Videos oder Fotos, immer wieder tauchen Aufnahmen von Schweizer Soldaten im Internet auf. Und das Gezeigte, lässt die Armee oftmals in einem schlechten Licht dastehen. Im vergangenen Jahr hat die Militärjustiz deshalb 300 Ermittlungen aufgenommen – so viele wie noch nie, schreibt die SonntagsZeitung. Einige Politiker fordern nun Richtlinien.

Die Soldaten der Schweizer Armee beschäftigen die Militärjustiz intensiv. 300 Beweisaufnahmen hat sie 2016 eröffnet – so viele wie noch nie seit der Jahrtausendwende. Oft handelt es sich laut Statistik um Bagatellen. Doch diese gefährden das Image der Armee. Denn die Vergehen finden dank Sozialen Medien zunehmend den Weg an eine breite Öffentlichkeit. So sorgten mehrere Videos und Bilder in den letzten Monaten für Negativ-Schlagzeilen. Jetzt haben Sicherheitspolitiker genug. «Solche Fälle lösen jedes Mal einen Image-Schaden aus», sagt Corina Eichenberger (FDP), Präsidentin der Sicherheitskommission des Nationalrats, in der  SonntagsZeitung. Sie fordert Richt­linien für Militärangehörige im Umgang mit sozialen Medien. Edith Graf-Litscher (SP) schliesst sich an: «Viele Unternehmen haben heute Richtlinien, wie Angestellte mit Social Media umgehen sollen», sagt die Nationalrätin. «Solche Richtlinien müsste auch die Armee ausarbeiten.» Daniel Reist, Kommunikationschef Verteidigung, gibt an: «Die Hemmschwelle, etwas ins Netz zu stellen, sinkt.» Richtlinien für jeden Armeeangehörigen seien aber unrealistisch. «Wir sprechen von 190'000 Personen, viele von ihnen sind nur drei Wochen im Jahr anwesend. Es wäre logistisch kaum umsetzbar, jeden von ihnen mit solchen Richtlinien zu erreichen.»

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