Stadt Luzern: Pläne für Sonderschulinternat Utenberg geraten ins Stocken

Regierung will geplantes Internat für Sonderschüler auf Eis legen

Platz für Sonderschulklassen und Internatsplätze: Das stillgelegte Hallenbad in der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg in der Stadt Luzern Die Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg in der Stadt Luzern Das stillgelegte Hallenbad Utenberg

In der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg der Stadt Luzern soll ein Internat für Sonderschüler realisiert werden. Die Stadtregierung will das Projekt nun aber um ein Jahr hinausschieben.

Grund für den Rückzieher ist die kantonale Volksabstimmung vom 20. Mai 2017, wie die Stadt Luzern am Montag mitteilte. Als Reaktion auf die Ablehnung der Steuererhöhung hat die Luzerner Regierung angekündigt, weitere Einsparungen vornehmen zu müssen (Radio Pilatus berichtete). Deshalb sei die Finanzierung des geplanten Internats für Sonderschüler auf dem Utenberg nicht mehr gesichert, so die Stadtregierung.

Wie die Stadt Luzern gleichentags informierte, soll das Sonderschulinternat im stillgelegten Hallenbad der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg realisiert werden.

Reissleine gezogen

Für die Planung und den Umbau beantragt die Stadtregierung dem Parlament einen Kredit von knapp 3,7 Millionen Franken. Das Projekt wurde zusammen mit dem Kanton ausgearbeitet. Als Auftraggeber für die Sonderschule und des Internats beteiligt sich der Kanton deshalb an den Baukosten.

Geplant ist, dass der Kanton den grössten Teil der Kosten, nämlich rund 3,3 Millionen Franken übernimmt. Momentan sei aber davon auszugehen, dass der Kanton die Kosten nicht in diesem Umfang mittragen könne, so der stadtluzerner Sozialdirektor Martin Merki auf Anfrage von Radio Pilatus. Deshalb habe man die Reissleine ziehen müssen und wolle das Projekt nun bis Ende 2018 hinausschieben, bis in Sachen Kantonsbeiträgen Klarheit herrsche.

Drei Klassen für 6-7 Schüler und 12 Internatsplätze

Geplant gewesen wäre der Start des Sonderschulinternats auf das Schuljahr 2019/2020 hin, so die Stadtregierung weiter. Vorgesehen sind vorerst zwei Klassen für je sechs bis sieben Mädchen und Knaben, die im neuen Internat leben. Eine dritte Klasse mit einem Tagesschulangebot soll später dazukommen. Sie ist für externe Schülerinnen und Schüler vorgesehen, welche in anderen sozialpädagogischen Einrichtungen leben.

Für das Internat mit zwölf Plätzen sollen bestehende Wohnheimplätze in Internatsplätze umgewandelt werden. Zielgruppe des Sonderschulinternats sind laut der Stadtregierung Kinder und Jugendliche mit schweren Verhaltensauffälligkeiten.

Aktuell sind laut der Stadt fünfzig Kinder und Jugendliche aus dem Kanton Luzern ausserkantonal platziert. Zwanzig davon könnten künftig im geplanten Internat Utenberg leben.

Sinnvolle und nützliche Ergänzung

Im Kanton Luzern gibt es 13 Sonderschulen. Es fehle aber ein Sonderschulinternat mit ganzjährigen Öffnungszeiten, so die Stadtregierung. Betroffene Sonderschüler besuchten heute ausserkantonale Institutionen.

Das geplante Sonderschulinternat im stillgelegten Hallenbad Utenberg sei dafür die ideale Lösung. Ein weiterer Vorteil der neuen Einrichtung sei die zentrale Lage und damit die gute Erreichbarkeit.

In der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von sechs bis 22 Jahren zusammen mit ihren Eltern bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben begleitet. Aktuell zählt die Institution rund 50 Schülerinnen und Schüler. Zum Angebot gehört auch eine Notaufnahme.

Audiofiles

  1. Umnutzung Utenberg-Hallenbad: Die Stadtregierung will das Projekt um ein Jahr hinausschieben. Audio: David von Moos

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