Krienser Gemeinderat gegen Umfahrungstunnel

Er lehnt die Initiative «Für ein staufreies Kriens» ab

Situationsplan mit der Idee des neuen Tunnels in Kriens

Der Krienser Gemeinderat ist gegen einen Umfahrungstunnel im Süden von Kriens. Ein solcher wäre zu teuer, hätte nur geringen Nutzen und würde das Zentrum bestrafen, so die Meinung des Gemeinderates. Er lehnt deswegen die Volksinitiative «Für ein staufreies Kriens» ab.

Wer in Kriens mit dem Auto unterwegs ist, braucht oft viel Geduld. Vor allem morgens und abends zu den Hauptverkehrszeiten sind die Strassen im Zentrum oft verstopft. Die Initiative «Für ein staufreies Kriens» fordert, mittels neuer Strassen die Gesamtverkehrskapazität in Kriens für den Verkehr zu erhöhen. Profitieren sollen zum einen der öffentliche Verkehr und der Langsamverkehr für Velo und Fussgänger. Gleichzeitig soll aber zugunsten der Autofahrer der motorisierte Individualverkehr nicht eingeschränkt werden. Hauptidee der Initianten ist dabei der Bau einer Umfahrung im Süden von Kriens. Der Gemeinderat lehnt dies jedoch ab.

Zu teuer, zu geringer Nutzen und der falsche Weg

Eine solche Südumfahrung könnte aus topografischen Gründen nur als Tunnel realisiert werden, so der Gemeinderat. Er rechnet für den 1,5 Kilometer langen Tunnel mit Kosten von über 150 Millionen Franken. Eine Steuererhöhung von heute 2,0 auf mindestens 2,3 Einheiten wäre unumgänglich. Ferner wäre die Zeit für die Realisierung des Tunnels mit 16 bis 30 Jahren zu lange. Der Gemeinderat glaubt zudem nicht, dass mit der von der Initiative vorgeschlagenen Lösung die Verkehrsprobleme in Kriens gelöst werden könnten. Vom neuen Tunnel würden nur wenige profitieren.

Auch ohne Initiative sei man auf dem richtigen Weg

Deshalb empfiehlt der Krienser Gemeinderat, die Initiative «Für ein steuerfreies Kriens» abzulehnen. Kriens sei mit den bisher umgesetzten Massnahmen auf dem richtigen Weg. Zudem sind verschiedene, mit dem Kanton und Bund abgestimmte Massnahmen geplant. Der Gemeinderat ist daran, ein Gesamtverkehrskonzept auszuarbeiten. Trotzdem sieht der Gemeinderat die Initiative als Chance. Man müsse zukünftig die Bevölkerung näher darüber informieren, was man konkret in Sachen Verkehrsmassnahmen plant und umsetzt. Dafür hat die Gemeinde nun auch eine interaktive Karte erstellt, auf welcher man sich über die aktuellen Projekte informieren kann. 

Als nächstes wird das Geschäft Ende Juni im Krienser Gemeindeparlament behandelt. Die Volksabstimmung dürfte dann im November stattfinden.

Audiofiles

  1. Krienser Gemeinderat lehnt die Initiative "Staufreies Kriens" ab. Audio: Fabian Kreienbühl

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