Suva will noch mehr auf Prävention setzen

Der Unfallversicherer hat im vergangenen Jahr 32 Millionen Gewinn gemacht

Der Suva-Hauptsitz in Luzern

Die Suva hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Der Verhinderung von Unfällen soll künftig noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Auch Versicherungsmissbrauch will die Suva stärker bekämpfen.

Kurz vor ihrem 100. Geburtstag konnte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva gute Zahlen vermelden. Wie die Suva am Freitag an der Präsentation ihrer 99. Bilanz bekannt gab, ist das Ergebnis 2016 deutlich besser ausgefallen als im Vorjahr.

Stabile Prämien erwartet

Wies die Suva für 2015 einen Verlust von 20,7 Millionen Franken aus, so war es für 2016 ein Gewinn von 32,2 Millionen Franken. Erneut baute die Suva ihre Ausgleichsreserven ab, was das Ergebnis um 44,9 Millionen Franken verschlechterte. Das den Reserven entnommene Geld floss in gewissen Branchen via Prämienrabatte an Versicherte zurück. Für die kommenden Jahre würden die Prämien voraussichtlich stabil bleiben, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Felix Weber.

Noch mehr Prävention

Eine Herausforderung für die Suva ist, dass die wirtschaftliche Lage für die bei ihr versicherten Branchen schwierig bleibt. Um die Prämien und die Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber auch künftig tief zu halten, will die Suva ihren Fokus noch mehr auf die Verhinderung von Unfällen richten.

Bei der Prävention sollen vor allem die Lehrlinge angesprochen werden. Im Jahr verunfalle jeder achte Lehrling während der Arbeitszeit, jeder vierte während der Freizeit. Der Umgang mit Risiken sei lernbar, sagte Felix Weber von der Geschäftsleitung der Suva.

Bei rund einem Drittel der Unfälle im Alltag handle es sich um Stolperunfälle, betonte Weber. Auf Treppen verunfallten jährlich rund 25'000 Personen. Bei den Freizeitaktivitäten liege der Schwerpunkt der Präventionsarbeit beim Schneesport und dem Fussball. Alleine auf dem Rasen würden sich pro Jahr etwa 45'000 Unfälle ereignen.

Weniger Berufsunfälle

Ungeachtet der Unfallrisiken hat es gemäss der Suva im vergangenen Jahr leicht weniger Berufs- und Freizeitunfälle gegeben. Insgesamt reduzierte sich die Zahl der Unfälle und Berufskrankheiten um rund 2’000 auf rund 461'000.

Die Zahl der neuen Invalidenrenten stieg 2016 leicht auf 1’670. Die Rentenzahlen seien im Vergleich mit den vergangenen Jahren aber stabil geblieben.

Kampf dem Versicherungsbetrug

Im vergangenen Jahr hat die Suva laut eigenen Angaben rund zweieinhalb Millionen Rechnungen geprüft. 280'000 Rechnungen im Betrag von 210 Millionen Franken habe man zurückgewiesen.

In 959 Fällen habe es einen konkreten Verdacht auf Versicherungsmissbrauch gegeben. Dank strenger Kontroll- und Prüfmechanismen habe man ungerechtfertigte Leistungsbezüge im Umfang von 18 Millionen Franken aufgedeckt. In acht Fällen seien Versicherungsdetektive zum Einsatz gekommen, so Felix Weber weiter.

Diese Praxis wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte kritisiert. Dieser hatte im Oktober 2016 einer Frau Recht gegeben, die von einer anderen Versicherung von Detektiven beobachtet worden ist. Laut dem Urteil gibt es in der Schweiz kein Gesetz, welches den Einsatz von Detektiven klar regelt.

In einzelnen Fällen sei der Einsatz von Detektiven zur lückenlosen Untersuchung aber zweckmässig und sinnvoll, betonte Weber. Man hoffe deshalb, dass man in gewissen Fällen auch künftig Detektive einsetzen dürfe. Dazu arbeite man eng mit den Behörden zusammen (Radio Pilatus berichtete).

Audiofiles

  1. SUVA setzt auf Prävention und Bekämpfung von Versicherungsbetrug. Audio: David von Moos

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