Mehrere Personen aus Luzern in Dschihad gereist

Recherche zeigt: mindestens eine Frau ist darunter

Terrorismus (Symbolbild)

Winterthur, Lausanne und Genf sind die drei grössten Magnete für radikalisierte Muslime in der Schweiz. Gemäss einer ausführlichen Recherche des Tagesanzeigers sind von diesen drei Städten aus die meisten Personen ins Kriegsgebiet in Syrien und dem Irak gereist - oder beabsichtigen dies zu tun. Aber auch im Kanton Luzern hat der Tagesanzeiger mehrere Fälle aufgedeckt.

Gemäss der Recherchen, die mehr als zwei Jahre gedauert haben, gibt es im Kanton Luzern sechs Personen die in den Dschihad gereist sind oder dies tun wollen. Zwei in der Stadt Luzern, zwei in Ebikon und je eine Person in Kriens und Honau.

Darunter ein Mann mit Verbindungen zu bosnischen Extremisten, der bereits kurz nach Ausbruch der Krise in Syrien 2011 ins Land gereist war und inzwischen getötet wurde. Auch seine Frau reiste ihm später nach. Sie war gemäss dem Tagesanzeiger mit dem Islamischen Zentralrat Schweiz IZRS verbandelt. Details zu den anderen vier Personen gehen aus dem Bericht nicht hervor.

Informationen des Bundes sind geheim

Der Nachrichtendienst des Bundes hatte bis Ende Mai total 74 Personen gezählt, welche in den Krieg nach Syrien oder in den Irak gereist sind. Weil die genauen Angaben dazu jedoch geheim sind, hat die Zeitung nachrecherchiert und dabei 72 Dschihadisten mit einem Schweizer Bezug gefunden.

Für die Recherche wurden Freunde und Familien der Dschihadreisenden befragt. Ausserdem wurden verschiedene Quellen wie beispielsweise Bilder aus den Kriegsgebieten der entsprechenden Personen auf Facebook beigezogen.

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