Blatter: "Habe Garcia-Bericht nicht gelesen"

Der Ex-Fifa-Präsident zur Vergabe der WM an Russland und Katar

Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter Das Fifa-Hauptquartier in Zürich Sabiwaka - das Maskottchen der Fussball-WM 2018 in Russland Die Skyline von Doha

Der frühere Präsident des Weltfussball-Verbandes FIFA, Sepp Blatter, hat gegenüber der Zeitung „Sonntagsblick“ erklärt, warum er während seiner Amtszeit den sogenannten Garcia-Bericht nicht veröffentlicht hatte. Zudem sagt Blatter, dass er den Videobeweis für keine gute Idee hält.

Im Interview mit dem „Sonntags-Blick“ erklärte Blatter, er haben den Garcia-Bericht gar nie gelesen. Sein Fifa-Ethik-Richter habe ihm eine 40-seitige Zusammenfassung geschrieben und geraten, nur diese zu veröffentlichen. Mit dem Garcia-Bericht waren die umstrittenen WM-Vergaben nach Russland und Katar untersucht worden. Der 430-seitige Bericht wurde erst am vergangenen Dienstag komplett veröffentlicht, enthielt aber keine Beweise, dass bei den WM-Vergaben nach Russland und Katar betrogen wurde.

"Heikel und gefährlich, was die Fifa macht"

"Die Politik entschied alles"

Sepp Blatter sagte im „Sonntagsblick“-Interview weiter, dass die Politik entschieden habe. So habe beispielsweise Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy vom damaligen Uefa-Präsident Platini aus politischen Interessen verlangt, für Katar zu stimmen. „Sonst hätte die USA die WM bekommen“, so Blatter. Auch die WM in Deutschland sei nicht gekauft gewesen, auch da habe die Politik entschieden.

Gar nichts hält Ex-Fifa-Präsident Blatter vom Videobeweis. Der Fussball verliere so an Attraktivität und viel Diskussionsstoff. Es sei heikel und gefährlich, was die Fifa da mache, findet Sepp Blatter: „Lasst die Schiedsrichter doch Fehler machen.“

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