"Übungsabbruch" oder doch "weniger Emotionen"

Die Präsidentin der Stadtluzerner CVP und ihre Verkehrspolitik

Präsidentin der CVP Stadt Luzern fordert den Abbruch der Arbeiten. Sanierung Seebrücke

Die Belagssanierung auf der Luzerner Seebrücke sorgt seit Anfang Woche bei vielen Autofahrerinnen und Autofahrern für rote Köpfe. Gestern hat auch die CVP-Nationalrätin und Präsidentin der städtischen CVP, Andrea Gmür, ihrem Ärger Luft verschafft. Auf Twitter forderte sie einen "Übungsabbruch" und sprach von einer "Zumutung für Handwerker, Stadtbewohner, Touristen, alle!". Vor rund 15 Monaten tönte es in Sachen Verkehr bei der CVP-Präsidentin noch ganz anders.

Die Radio Pilatus Redaktion erinnerte sich beim Lesen dieses Tweets an ein Interview mit Andrea Gmür im April 2016. Im Vorfeld der Gesamterneuerungswahlen für die Luzerner Stadtregierung und das Parlament äusserten sich alle städtischen Parteipräsidenten unter anderem zum Thema Verkehr, auch Andrea Gmür: "Wenn der Verkehr überhaupt ein Problem ist, dann morgens und abends in der Rushhour. Wir haben halt nicht mehr Strassen, dass es da mal einen Stau geben kann, ist doch klar." Die Präsidentin der städtischen CVP verlangte beim Thema Verkehr "etwas mehr Sachlichkeit und weniger Emotionen".

"Das geht einfach nicht"

Radio Pilatus hat Andrea Gmür mit den Aussagen vom April konfrontiert und wollte wissen, ob sie denn die Situation heute komplett anderst einschätzt. "Ich stehe grundsätzlich nach wie vor zu meinen Aussagen", sagte Gmür auf Anfrage. Innerhalb eines Jahres habe sich aber viel geändert. Im vergangenen Jahr habe sich die Situation massiv verschlechtert, auch mit der Neuzusammensetzung der Stadtregierung. "Manchmal werde ich den Eindruck nicht los, dass es permanent gegen den motorisierten Individualverkehr läuft und das geht einfach nicht."

Audiofiles

  1. Der CVP-Seebrücken-Tweet: Parteipräsidentin Andrea Gmür und die Verkehrspolitik.. Audio: Urs Schlatter, Radio Pilatus AG

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