Staat diskriminiert Frauen bei Löhnen stärker als Private

Arbeitgeberverband fordert Bund zum Handeln auf

Symbolbild

Der Bundesrat will den Kampf gegen die Lohnungleichheit zwischen Frau und Mann verschärfen. Den grössten Handlungsbedarf gibt es aber nicht in der Privatwirtschaft, sondern bei der öffentlichen Hand.

Dies zeigen die neusten Daten, auf deren der Bundesrat die Massnahmen gegen die Lohndiskriminierung beschlossen hat, berichtet die NZZ am Sonntag. Demnach beträgt der Lohnunterschied im öffentlichen Sektor im Schnitt 1457 Franken pro Monat. Davon lassen sich 42 Prozent oder umgerechnet 608 Franken mit objektiven Faktoren nicht erklären, was auf Diskriminierung hinweist. In der Privatwirtschaft ist dieser Anteil geringer: Von der Lohndifferenz von 1495 Franken bleiben dort 39 Prozent oder 585 Franken pro Monat unerklärbar.

Grosse Kritik

Die Gewerkschaft des öffentlichen Personals kritisiert den Anstieg des unerklärbaren Anteils als ernüchternd. Die Arbeitgeber im öffentlichen Sektor müssten endlich vorwärts machen. Der Arbeitgeberverband hält es für höchst fragwürdig, dass der Bundesrat gestützt auf solche Daten staatlich verordnete Lohnkontrollen einführen wolle. Der Bundesrat hatte vergangene Woche beschlossen, Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten sollen alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchführen und über die Resultate informieren.

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