In Luzern darf wohl bald legal gekifft werden

Die Stadt Luzern will an einem Forschungsprojekt teilnehmen

Der städtische Sozialdirektor Martin Merki stellt das Projekt den Medien vor.

Fast jeder Dritte über 15-Jährige in der Schweiz hat bereits einmal Cannabis konsumiert. Die Droge ist aber eigentlich illegal. Die Stadt Luzern will sich nun an einer Studie der Uni Bern beteiligen. Für Studienteilnehmer gäbe es dann Cannabis schon bald legal in Apotheken zu kaufen.

Die Stadt Luzern will an einem Forschungsprojekt der Universität Bern teilnehmen, welches allerdings noch vom Bundesamt für Gesundheit BAG genehmigt werden muss. Das gab die Stadt am Donnerstagmorgen bekannt. Dabei wird Cannabis kontrolliert in Apotheken verkauft, allerdings nur an Teilnehmer der Studie. Im Rahmen der Studie wird geprüft, welche Auswirkungen ein regulierter Cannabisverkauf auf den Konsum hat. An der Studie teilnehmen können Personen die mindestens 18 Jahre alt sind, in der Stadt Luzern wohnen und bereits regelmässig Cannabis konsumieren. Anmelden kann man sich zu einem späteren Zeitpunkt übers Internet. Die definitiven Teilnehmer werden anschliessend per Zufallsprinzip ausgesucht. Beginn der Studie ist voraussichtlich im Juli kommenden Jahres.

Am Ende der drei Jahre dauernden Studie sollen unteranderem Daten zur Auswirkung des Konsums auf die Gesundheit, die Veränderung des Konsumverhaltens durch legalen Zugang und den Zusammenhang zu Gewaltdelikten vorliegen. Ausserdem soll analysiert werden, wie sich die Situation auf dem Cannabis-Schwarzmarkt verändert.

Konsum bleibt illegal

Der Konsum von Cannabis wird damit aber nicht generell legalisiert. Auch für die Teilnehmer der Studie gilt: Cannabis zu verkaufen, zu teilen oder zu verschenken ist nicht erlaubt. Ebenso der Konsum im öffentlichen Raum und das Führen von Fahrzeugen unter dem Einfluss von Cannabis. Ob auf Grund der Studie zu einem späteren Zeitpunkt eine mögliche Legalisierung von Cannabis in der Schweiz kommt, ist nicht klar.

Das Projekt wird durch einen Beitrag von 720'000 Franken des Schweizerischen Nationalfonds unterstützt sowie mit je 100'000 Franken von der Uni und Stadt Bern. Für die Stadt Luzern entstehen durch das Projekt Kosten von rund 140'000 Franken. Diese sind jedoch ausschliesslich für die Forschung und die Ausarbeitung von Präventionsmassnahmen. Das bezogende Cannabis müssen die Testpersonen selber bezahlen. Der Preis soll jenem auf dem Schwarzmarkt angeglichen werden. Damit sei auch ein Weiterverkauf nicht attraktiv, so die Stadt Luzern in ihrer Mitteilung.

Audiofiles

  1. Die Stadt Luzern will an einer Studie zur Legalisierung von Cannabis mitmachen. . Audio: Urs Schlatter

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  1. Die Stadt Luzern will an einer Studie zum regulierten Verkauf von Cannabis mitmachen. Audio: Urs Schlatter / Michael End

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