Gletscherschwund schadet der Menschheit

Forscher warnen vor bisher mehrheitlich ignorierten Auswirkungen

Der Rhonegletscher in den Walliser Alpen

Der Klimawandel setzt den Gletschern immer mehr zu. Ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung warnt nun vor Auswirkungen, die bisher mehrheitlich ignoriert wurden.

Zehn Prozent der Landfläche der Erde sind von Gletschern bedeckt - Tendenz rapide fallend. Den grössten Anteil der verlorenen Eismassen tragen die Gletscher am Golf von Alaska, der kanadischen Arktis sowie die Eisschilde Grönlands und der Antarktis bei. Den grössten individuellen Verlust verzeichnen jedoch die europäischen Alpen und die Anden in Südamerika. Bis 2100 könnten zum Beispiel in den Alpen nur noch vier Prozent der Eisfläche von Anfang dieses Jahrhunderts übrig sein. Viele der Auswirkungen dieses Schwunds wurden bisher zu stark ignoriert, warnen die Forscher im Fachjournal PNAS.

Wasserversorgung der Menschheit gefährdet

Grosse Auswirkungen des weltweiten Gletscherschwunds seien beispielsweise auf Flüsse zu erwarten, heisst es in einer Mitteilung. Ihre Wasserversorgung wird unvorhersehbarer, da sie weniger von Schmelzwasser und mehr von zufälligen Niederschlägen abhängen werden. Damit verändern sich auch die Umweltbedingungen dieser Gewässer-Ökosysteme dramatisch. Das schmelzende Eis gibt zudem Schadstoffe frei, wie beispielsweise Emissionen aus der Industrie, Pestizide oder andere überdauernde Schadsubstanzen, die mit dem Schmelzwasser in Bächen, Flüssen und Grundwasser landen. Der Gletscherschwund werde so auch die Bevölkerung und die Pflanzen- und Tierwelt beeinträchtigen.

Mehr Forschung über die Risiken 

Das schiere Ausmass der Folgen des Gletscherschwunds auf die davon abhängigen Ökosysteme sei bisher nicht voll erfasst worden, so die Forscher. Deshalb rufen sie zu mehr Forschung über die Risiken auf.

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