Die Schweiz kämpft an vorderster Front gegen Quecksilber

Genf wird Sitz der Minamata-Konvention

Flüssiges Quecksilber bei Zimmertemperatur

Die Schweiz kämpft an vorderster Front gegen Quecksilber und übernimmt den Sitz der Internationalen Quecksilber-Konvention. Die rund 150 Mitgliedsstaaten hätten entschieden, das Sekretariat in Genf anzusiedeln, teilt das Bundesamt für Umwelt mit.

Die Wahl Genfs als Sitz sei ein Zeichen der Anerkennung für das Engagement der Schweiz für das Quecksilber-Abkommen, die sogenannte Minamata-Konvention. Die Konvention wurde bereits 2013 abgeschlossen und geht auf eine Initiative der Schweiz und Norwegens zurück. Als Gastgeberland unterstützt die Schweiz die Minamata-Konvention mit einem jährlichen Beitrag von einer Million Franken.

Ziel der Konvention ist es, Mensch und Umwelt auf der ganzen Welt vor Quecksilber zu schützen. Wo immer möglich, soll auf den Einsatz von Quecksilber verzichtet werden. So sollen ab dem Jahr 2020 zur Herstellung von Produkten kein Quecksilber mehr verwendet werden, z.B. für Batterien, Thermometer oder auch Kosmetikprodukte. Bei industriellen Prozessen sollen Alternativen gesucht werden und auf neuere Technologien gesetzt werden. Die unterzeichnenden Nationen verpflichteten sich zudem, keine neuen Quecksilber-Minen zu eröffnen und die bestehenden schrittweise zu schliessen.

Schweiz ist Handelsplatz für Quecksilber
Die Schweiz selber war im letzten Jahr der zehntgrösste Quecksilber-Exporteuer der Welt. Es wurden 30 Tonnen Quecksilber exportiert. Dieses Quecksilber wird aus Abfällen zurückgewonnen. Eine der grössten Quecksilber-Recyclinganlagen der Welt steht im Berner Oberland.

Die Minamata-Konvention ist Mitte August dieses Jahres in Kraft getreten. Sie trägt den Namen der japanischen Stadt Minamata. Dort wurden in den 1950er Jahren durch eine Quecksilbervergiftung 3’000 Personen tödlich verseucht.

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