Obwalden: Zwei Regierungsmitglieder hören auf

Niklaus Bleiker und Franz Enderli geben Rücktritt bekannt

Das Rathaus in Sarnen, Sitz der Kantonsregierung des Kantons Obwalden Niklaus Bleiker Franz Enderli

Der Kanton Obwalden braucht für die nächste Legislatur zwei neue Regierungsräte. Die beiden amtsältesten Mitglieder der Kantonsregierung treten 2018 nicht mehr zur Wiederwahl an.

Niklaus Bleiker, Regierungsvizepräsident und Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, und Regierungsrat Franz Enderli, Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements, treten auf Ende der Legislatur zurück. Die zwei Exekutivmitglieder hätten den Regierungsrat am Dienstag informiert, ihre Ämter per 30. Juni 2018 niederzulegen, teilte der Kanton Obwalden am Mittwoch mit. 

Niklaus Bleiker und Franz Enderli würden sich bereits jetzt bei der Obwaldner Bevölkerung, den Institutionen und Behörden des Kantons für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen bedanken, heisst es in der Mitteilung weiter.

Mitverantwortlich für die Neuausrichtung des Kantons

Regierungsvizepräsident Niklaus Bleiker (Jahrgang 1953, CVP) tritt nach 14-jähriger Regierungstätigkeit als Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements altershalber zurück. Von der Motivation her wie auch von der körperlichen Belastung spüre er zwar keine Abnützungserscheinungen, so Bleiker. Er würde sich aber verpflichtet fühlen, bei einer nochmaligen Wahl die gesamte Legislaturdauer von vier Jahren zu absolvieren, was aufgrund seines Alters wenig Sinn mache.

Bleiker wurde am 4. April 2004 in die Kantonsregierung gewählt. Zuvor gehörte Niklaus Bleiker von 1982 bis 1996 dem Gemeinderat Alpnach an, zwischen 1991 und 1996 als dessen Präsident. Zu den Schwerpunkten seiner Amtszeit in der Kantonsregierung gehörte laut Mitteilung vor allem die Neupositionierung von Obwalden über eine neue Steuerpolitik. Unter anderem habe auch den Tourismus im Sarneraatal mitgeprägt.

Einsatz für Bildung, Kultur und Sport

Regierungsrat Franz Enderli (Jahrgang 1954, CSP) tritt nach neun Amtsjahren von seinem Amt zurück. Er spüre zunehmend die Grenzen seiner Belastbarkeit, auch in gesundheitlicher Hinsicht, so Enderli zu den Gründen für seine Demission. Enderli wurde am 19. April 2009 in der Ersatzwahl für Hans Hofer in die Kantonsregierung gewählt. Seither steht er dem Bildungs- und Kulturdepartement vor. In den Jahren 2012/2013 sowie 2016/2017 war er zudem Regierungspräsident. Vor Beginn der Regierungstätigkeit politisierte Enderli von 1999 bis 2009 im Kantonsrat, 2007/2008 als dessen Präsident. Zwischen 2003 und 2007 Ender ausserdem Co-Präsident der CSP Obwalden.

Während seiner Amtszeit setzte sich Enderli unter anderem für das neue Sportförderungsgesetz und die Stipendienverordnung ein. Die Einweihung der neuen Kantonsschule sowie die Stärkung des Bildungsstandorts Engelberg sind laut der Mitteilung weitere Meilensteine im Bildungsbereich unter Enderli. Stark gemacht habe sich Enderli auch für die Umsetzung pragmatischer Lösungen im Bereich interkantonaler Kulturlastenausgleich und die Feierlichkeiten rund um das Gedenkjahr „600 Jahre Niklaus von Flüe“.

Die Gesamterneuerungswahlen der Kantonsregierung für die Amtsdauer 2018 bis 2022 finden am 4. März 2018 statt, gleichzeitig wie die Gesamterneuerungswahlen des Kantonsrats.

Kommentieren

comments powered by Disqus