Zug: Keine Warnung vor Radaranlagen

Zuger Kantonsparlament stellt sich gegen SVP-Idee

Ein "Blitzkasten" im Kanton Obwalden.

Das Zuger Kantonsparlament will keine Warnschilder für Geschwindigkeitskontrollen aufstellen lassen. Es hat einen Vorstoss der SVP abgelehnt.

Die SVP wollte, dass 50 Meter vor jeder Geschwindigkeitskontrolle Warnschilder platziert werden. So sollte die Sicherheit im Strassenverkehr verbessert werden.  

Ein Warnschild führe dazu, dass auch wirklich abgebremst werde. Eine unangekündigte Kontrolle hingegen nicht. Brüske Bremsmanöver würden zudem immer wieder zu heiklen Situationen führen. Mit Warnschildern würden die Lenker die Geschwindigkeit hingegen «zuverlässig und weniger abrupt» reduzieren.

Kopfschütteln bei den anderen Parteien

Die anderen Parteien hatten für den Vorstoss wenig übrig. Warnschilder vor Kontrollen würden die Höchstgeschwindigkeiten faktisch aushebeln. Solange kein Warnsignal sichtbar sei, würde dies für Autofahrer schliesslich «freie Fahrt» bedeuten, so die CVP. Für die SP stellt der Vorstoss einen «Schildbürgerstreich» dar. In einer Bar werde schliesslich auch nicht davor gewarnt, dass in der Umgebung Alkoholkontrollen durchgeführt würden. Zudem sei jede Person, die zu schnell fahre, selber schuld. Auch die Mehrheit im Zuger Kantonsparlament stützte die Haltung der Regierung und lehnte den SVP-Vorstoss ab. Damit wird auch in Zukunft auf Zuger Strassen nicht vor Radaranlagen gewarnt.

Andere Kantone machten es vor

Ähnliche Vorstösse, die Warnschilder verlangten, wurden auch schon in den Kantonen Basel-Land und St. Gallen eingereicht - beide ebenfalls erfolglos. Der Kanton St. Gallen veröffentlicht seither aber im Internet die Standorte der stationären und halbstationären Kontrollanlagen. Bei den halbstationären Anlagen gibt der Kanton aber jeweils nur die Strasse an, nicht den exakten Standort. Einen anderen Weg wählte der Kanton Tessin. Dort werden die Autofahrer seit Juli dieses Jahres einmal pro Woche darüber informiert, in welchen Gemeinden und Bezirken Kontrollen stattfinden. Informiert wird auf der Website des Kantons sowie über Facebook und Twitter. Die mobilen Kontrollen mit Lasergeräten werden jedoch angekündigt.

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