Carles Puigdemont ist verhaftet worden

Der katalanische Ex-Regierungschef wollte nach Belgien reisen

Der katalanische Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont ist am Sonntagvormittag bei der Einreise von Dänemark nach Deutschland festgesetzt worden. Grundlage für die Festnahme sei ein europäischer Haftbefehl, teilte ein Sprecher des Landespolizeiamts in Kiel mit.

Die Landesspolizei habe ihn um 11.19 Uhr auf der Bundesautobahn 7 gefasst. Zuvor hatte bereits Puigdemonts Anwalt Jaume Alonso-Cuevillas auf Twitter von der Verhaftung seines Mandanten berichtet. Puigdemont wurde nach Angaben seiner Pressestelle korrekt behandelt. Er befinde sich in einer Polizeistation. Nach Angaben des Anwalts war Puigdemont auf der Rückreise von Finnland in sein Exil-Land Belgien gewesen. Bereits Finnland hatte sich auf spanischen Antrag bereiterklärt, Puigdemont zu verhaften, doch kam die Entscheidung offenbar zu spät.

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hatte am Freitag Strafverfahren gegen Puigdemont und weitere Regionalpolitiker eröffnet. Ihnen drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Regierungsbildung blockiert

Puigdemont hatte im Oktober die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien ausgerufen und damit gegen die spanische Verfassung verstossen. Darauf leitete die Justiz Ermittlungen wegen Rebellion gegen Puigdemont und andere führende Separatisten ein. Puigdemont floh nach Belgien ins Exil. Er war vor einer Woche für wenige Tage in der Westschweiz, von wo er dann weiter nach Finnland gereist war.

Die spanische Justiz blockiert derzeit mit mehreren Haftbefehlen gegen katalanische Separatistenführer die Regierungsbildung in Katalonien. Das Regionalparlament in Barcelona unterbrach am Samstag die Wahl von Jordi Turull zum neuen katalanischen Präsidenten, weil Turull am Vortag festgenommen worden war. Auch im Ausland erhöht Spanien die
Fahndungsdruck auf Anführer der Separatistenbewegung.

Quelle: sda

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