Zeitung wird weiter mehr in Printform gelesen

Ein Drittel liest die Zeitung online

Zwei Drittel der Schweizer lesen die Zeitung in papierform.

In der Schweiz lesen zwei Drittel der Leser ihre Zeitung in Papierform, ein Drittel online. Das zeigen die Zahlen der Werbe-Medienforschung Wemf. Leicht mehr Print-Leser als vor einem halben Jahr hat u.a. die Luzerner Zeitung, weniger die NZZ und der Tagesanzeiger. Am meisten gelesen – in Papierform und online – wird nach wie vor die Pendlerzeitung 20minuten.

Leserinnen und Leser in der Schweiz blättern weiterhin häufiger in der Zeitung, als dass sie auf dem Webportal ihrer Zeitung surfen. Während Regionalzeitungen leicht Printleser gewannen, mussten viele Traditionszeitungen einen Rückgang hinnehmen. Zwei Drittel der Zeitungsleserinnen und -leser in der Schweiz lesen ihre Zeitung in Papierform und ein Drittel via Webangebot. Dies zeigt die "Total Audience"-Erhebung (regelmässige Leser von Pressetiteln und Webangeboten) der AG für Werbemedienforschung Wemf. Diese hat die Resultate am Dienstag veröffentlicht. Nur "Blick" und das Westschweizer Wirtschaftsmagazin "Bilan" haben mehr Online-Nutzer.

Regionalzeitungen mit etwas mehr Lesern
Im Printbereich konnten Regionalzeitungen gegenüber der Erhebung vor sechs Monaten in geringem Mass Leser gewinnen: Die "Luzerner Zeitung" steigerte ihre Leserschaft um 5000 und hat jetzt 292'000 tägliche Printleser. Das "St. Galler Tagblatt" erreichte 278'000 Leser. Das waren 2000 mehr als im Herbst. Die Westschweizer Tageszeitung "Le Temps" zählte sogar 9000 neue Printleserinnen und -leser und hat jetzt eine regelmässige Leserschaft von 112'000 Personen.

Die gedruckten Ausgaben der Traditionszeitungen "Tages-Anzeiger" und "Neue Zürcher Zeitung" mussten hingegen Federn lassen. Sie verloren 37'000 respektive 13'000 Leser und haben jetzt noch eine Leserschaft von 380'000 respektive 239'000 Lesern. Eine bedeutende Einbusse mussten auch der "SonntagsBlick" mit minus 19'000 auf 564'000, "Le Matin" mit minus 16'000 auf 218'000 und "24 Heures" mit minus 14'000 auf 162'000 hinnehmen.

Die "Neue Zürcher Zeitung" und die "Tribune de Genève" schafften es, den Schwund bei den Printlesern mit einer Zunahme im Online zu kompensieren. Neben diesen zwei Titeln legte auch "20 Minuten" (+22'000 auf 1,3 Millionen) im Netz zu. Die "Luzerner Zeitung" gewann 10'000 Leser auf 67'000.

Der "Blick" dagegen verlor 50'000 Leser im Netz, erreicht aber immer noch 697'000 Leser online. Der "Tages-Anzeiger" (-20'000) und "Le Matin" (-12'000) büssten ebenfalls Leserschaft im Netz ein.

"20 Minuten" hat am meisten Leser
Über das Ganze gesehen - Print und Online - sind die Leserzahlen gegenüber den Angaben vor sechs Monaten stabil geblieben. Das Angebot von Print und Online scheint sich also eingependelt zu haben. Schweizweit am meisten gelesen wird weiterhin "20 Minuten". Die Gratiszeitung erreicht in der Deutschschweiz, in der Westschweiz und im Tessin bei einem leichten Rückgang von 3000 Lesern täglich 3,2 Millionen Menschen. Fast 1,9 Millionen über die gedruckte Ausgabe, 1,3 Millionen via Webangebot.

Doppelleser, also Personen, welche sowohl die Printausgabe als auch das Online-Angebot regelmässig nutzen, sind im Total doppelt erfasst. Gemäss Mitteilung der Wemf sind dies durchschnittlich nur sechs Prozent der jeweiligen Markenreichweite. An zweiter Stelle kommt der "Blick" mit schweizweit 1,1 Millionen täglichen Lesern, wobei 697'000 Personen die Inhalte auf blick.ch lesen, während 477'000 die gedruckte Ausgabe bevorzugen.

"Tages-Anzeiger" trotz Verlust vorn
Bei den grossen Traditionszeitungen liegt der "Tages-Anzeiger" trotz des grossen Verlusts von total 57'000 Lesern mit einer Leserschaft von 608'000 Personen vorn. Die "Neue Zürcher Zeitung" konnte ihre Gesamtleserzahl dank den Gewinnen im Online marginal von 413'000 auf 414'000 Personen steigern. Sie hat jetzt 239'000 Leser bei der gedruckten Zeitung und 175'000 Leser im Internet.

Bei den Regionalzeitungen hat die "AZ Nordwestschweiz" am meisten Leser. Ihre Gesamtreichweite liegt bei 458'000 Leserinnen und Lesern. Es folgt die "Luzerner Zeitung" mit 359'000 Lesern. "Berner Zeitung" und "Der Bund" haben zusammen 432'000 Leser, die "Basler Zeitung" 156'000. Von den ausgewiesenen Westschweizer Titeln wird "24 Heures" am meisten gelesen - von 229'000 Personen (-23'000). Die "Tribune Genève" lesen 185'000 Personen (+3000) und "Le Temps" 160'000 (+12'000). "Le Nouvelliste" verharrt seit Oktober 2017 bei 143'000 Lesern. Im Tessin hat der "Corriere del Ticino" 103'000 Printleser. Onlinenutzer sind nicht ausgewiesen.

"NZZ am Sonntag" legt zu
Der "SonntagsBlick", welcher unter den Sonntagszeitung die Nase vorn hat, erreicht 1,9 Millionen Menschen. 564'000 Personen gaben an, die Zeitung regelmässig am Frühstückstisch zu lesen. Die Internetnutzung lässt sich nicht separat eruieren, da das Internetportal mit anderen "Blick"-Titeln geteilt wird.

Die "NZZ am Sonntag" konnte die Anzahl der regelmässigen Leser in sechs Monaten um 56'000 Personen auf etwas mehr als eine Million Leserinnen und Leser steigern. Die Nutzer des Internetangebots der "NZZ am Sonntag" sind mit den Nutzern der Hauptmarke vermischt.

Die "SonntagsZeitung" hat 558'000 (-23'000) Leserinnen und Leser. Ihre digitalen Inhalte sind im Newsnetz der Tamedia-Gruppe zu finden. Von den Magazinen haben das "NZZ Folio" sowie der "Beobachter" eine grosse regelmässige Leserschaft. Für ersteres weist die Wemf 1,6 Millionen Leser aus, für den "Beobachter" 1,4 Millionen. Das Wirtschaftsmagazin "Bilanz" hat 288'000 Leserinnen und Leser und das Westschweizer Pendant "Bilan" 163'000.

Quelle: sda/redaktion

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