Das BAG kämpft gegen Spital-Infektionen

Fast sechs Prozent der Patienten erleiden im Spital eine Infektion

Fast sechs Prozent der Patienten in Schweizer Spitälern erleiden während ihrem Aufenthalt eine Infektion. Das Bundesamt für Gesundheit BAG will diese Zahl senken und hat heute neue Massnahmen präsentiert. Verbesserungspotenzial gäbe es in verschiedenen Bereichen. 

Am häufigsten sind Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen, gefolgt von Atemwegs-, Harnwegs- und Blutstrominfektionen. Gemäss der Expertengruppe Swissnoso, welche die Erhebung durchführte, ist das Verbesserungspotenzial gross: Je nach Typ der Infektion könnten 35 bis 55 Prozent der Spitalinfektionen vermieden werden. Das grösste Verbesserungspotenzial besteht bei den Infektionen durch Venen- oder Blasenkatheter.

Verbesserungspotenzial bei Katheter

Blasenkatheter würden oft routinemässig und nicht aus medizinischer Notwendigkeit gelegt, erklärten die Experten. Verzichte man in solchen Fällen auf einen Katheter oder entferne diesen nach Eingriffen früher, verringere man das Risiko einer Harnwegsinfektion einfach und effizient. Die Stiftung Patientensicherheit führt nun in Zusammenarbeit mit Swissnoso ein Pilotprogramm durch, das den Spitälern ermöglichen soll, die Zahl der jährlich 350'000 gelegten Blasenkatheter zu senken. 

Viele Infektionen wegen mangelnder Händehygiene

Viele Infektionen werden durch Keime an den Händen des Spitalpersonals verursacht. Dazu entwickelte Swissnoso das Tool CleanHands. 100 Spitäler verwenden es laut dem BAG bereits. Die mobile Anwendung ermöglicht es, ein Pflegeteam bei seinen Interaktionen mit den Patientinnen und Patienten zu beobachten, die Handgriffe zu bewerten und dem Team unmittelbar ein Feedback zu geben.

Gefahr für Infektionen in grossen Spitälern grösser

Die Infektionsgefahr ist in grossen Spitälern grösser als in kleinen, wie die Erhebung zeigte. In Einrichtungen mit über 650 Betten liegt die Rate bei 7,8 Prozent, in Einrichtungen mit weniger als 200 Betten bei 4,1 Prozent. Grund dafür ist laut Harbarth in erster Linie das "Patientengut": Viele Eingriffe werden nur in grossen Spitälern vorgenommen, weshalb dort mehr Patienten mit schweren Erkrankungen liegen.

Audiofiles

  1. BAG will weniger Spitalinfektionen. Audio: Fabian Kreienbühl

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