15 Jahre Gefängnis für brutalen Drogenmord

Der Serbe verübte die Tat vor sieben Jahren in Emmenbrücke

Die Waagschale der Justiz (Symbolbild)

Mit acht Schüssen und einem Kissen hat ein heute 39-jähriger Serbe 2011 in Emmenbrücke einen Kokaindealer getötet. Dafür muss er nun 15 Jahre und 1 Monat ins Gefängnis. Die Strafe wurde wegen der langen Verfahrensdauer reduziert.

Wie schon die Staatsanwaltschaft taxierte das Luzerner Kriminalgericht die Tat als Mord, blieb aber unter den geforderten 18 Jahren Gefängnis. Bei der mündlichen Urteilsverkündung vom Freitag attestierten die Richter dem Beschuldigten eine leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit. Zusammen mit weiteren Vergehen gegen das Betäubungsmittel-, Waffen- und Ausländergesetz ging das Gericht von einem Strafmass von 15 Jahren und 15 Monaten aus. Davon erliess es deren zwei Monate für die Täterkomponente, also das Geständnis und die gezeigte Reue. 

Reduzierte Strafe infolge zu langer Verfahrensdauer

Ein Jahr weniger absitzen muss der Verurteilte wegen der Verletzung des Beschleunigungsgebots der Anklage.Die Verfahrensdauer sei eindeutig zu lange gewesen, sagte die Richterin. Die über sechs Jahre, die der Verurteilte in Untersuchungshaft und vorzeitigem Strafvollzug sitzt, werden ihm angerechnet.

Das geschah in Emmenbrücke

Die Freundin des Beschuldigten, eine kokainabhängige Gelegenheitsprostituierte, hatte in ihrer Wohnung in Emmenbrücke einen illegal in der Schweiz lebenden Nigerianer einquartiert. Dieser lebte vom Kokainhandel und versorgte die Frau mit Stoff, für den sie mit Sex bezahlte. Um aus diesem Teufelskreis wegzukommen, wollte die Freundin
ihren Mitbewohner loswerden. In einer Novembernacht ging der Beschuldigte mit zwei Kollegen und seiner Freundin in deren Wohnung, um den Mitbewohner zu vertreiben und ihm allenfalls einen Abrieb zu verpassen. Er weckte ihn und hielt ihm einen Revolver in den Mund. Es fiel ein Schuss.

"Regelrecht eliminiert"

Das Opfer war nicht tot, sondern setzte sich auf, worauf der Beschuldigte total sieben weitere Kugeln abfeuerte. Dann drückte er dem Opfer, angeblich aus Angst, ein Kissen ins Gesicht. Die ganze Aktion sei zwar ziemlich spontan gewesen, sagte die Richterin. Mit dem letzten Schritt habe er den Mann aber regelrecht eliminiert. 

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