Nati-Rückkehr ohne offiziellen Empfang

Die Schweizer Nationalmannschaft landet um 16 Uhr in Zürich-Kloten

SFV-Präsident Peter Gilliéron

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft kehrt durch die Hintertür von der WM in Russland zurück. Die Nati landet heute Donnerstag voraussichtlich um 16 Uhr mit dem Flug LX8911 aus Samara in Kloten.

Für die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gibt es am Flughafen keinen Empfang und keine offizielle Begrüssung. Die Spieler reisen in Zivil und als normale Passagiere. Es steht ihnen frei, Autogramme zu geben oder nicht. Unterdessen hat SFV-Präsident Peter Gilliéron zur Schweizer WM-Mission Bilanz gezogen. Sie fällt nicht positiv aus. Man könne nicht mit erhobenem Haupt abtreten. Der Verbandspräsident verbarg seine Gefühle vor den Medien nicht. "Im Moment sehe ich es negativ und ich bin grausam enttäuscht. Wir können nicht erhobenen Hauptes gehen und können nicht sagen: Alles ist gut." Genau dies war das Ziel der SFV-Spitze gewesen: Mit erhobenem Haupt die WM-Bühne verlassen - egal wie weit die Mannschaft gekommen ist. So wie vor vier Jahren nach dem heroischen Kampf im WM-Achtelfinal gegen Argentinien. Oder vor zwei Jahren an der EM beim unglücklichen Ausscheiden im Penaltyschiessen gegen Polen.

Kein Stillstand aus Verbandssicht

Von einem Stillstand oder gar Rückschritt wollte Gilliéron dann aber doch nicht reden. Dieses Feld überliess er lieber den Medien. "Ich möchte schon etwas weiter in die Vergangenheit zurückblicken. Wir kommen im Moment zwar nicht weiter als in die Achtelfinals, aber wir sind trotzdem auf einem guten Level. Wir haben eine Mannschaft, die zu den besten von Europa gehört - nicht zu den allerbesten, aber zu den besten." Den emotionslosen Auftritt gegen Schweden konnte sich Gilliéron nicht erklären. Oder doch? "Wir hatten den emotionalen Höhepunkt im Spiel gegen Serbien. Danach qualifizierten wir uns für den Achtelfinal, doch dort war nicht Deutschland der Gegner sondern Schweden." Hat das Team also diesen Widersacher unterschätzt? "So weit würde ich nicht gehen. Aber wenn man mit Deutschland rechnet, und dann kommt Schweden,  setzt sich das in den Köpfen halt irgendwie fest."

Petkovic-Entlassung kein Thema

In den Zwischentönen schwang somit durchaus auch Kritik am Trainer mit. In Frage gestellt wird Petkovic beim SFV aber nicht. "Ich garantiere, dass Vladimir Petkovic kein Thema ist. Es wäre absurd, wenn wir den Vertrag noch vor der Qualifikation verlängern und ihn dann auflösen, weil Petkovic die Viertelfinals nicht erreicht hat." Als Verbandspräsident müsse er einen weiten Blick haben, und bei aller Enttäuschung sehe er in der Gesamtbilanz der vierjährigen Ära Petkovic auch Positives, so Gilliéron. "Früher haben wir uns nie für ein Turnier qualifiziert, jetzt sind wir regelmässig dabei. Das ist keinesfalls selbstverständlich." Aber man müsse genau analysieren, was passiert sei vor diesem Spiel gegen Schweden. "Im Moment habe ich noch keine Erklärung."

(Quelle: sda)

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