PrEP - "Chemisches Kondom" immer beliebter

Auch die Aids Hilfe Schweiz begrüsst das neue Medikament

Die Aids Hilfe Schweiz begrüsst PrEP - eine Pille zur Prävention einer HIV-Infektion

Man sagt ihm auch das «chemische Kondom». Schützen soll es vor HIV-Infektionen – die Pille PrEP kommt immer mehr in den Trend. Auch die AIDS Hilfe Schweiz begrüsst das Medikament, obwohl sie sich jahrelang für Sex mit Kondom eingesetzt haben.

PrEP ist eine Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe. An der Welt-Aids-Konferenz vergangene Woche in Amsterdam wurden mehrere Studien vorgestellt, die die Wirksamkeit von PrEP bekräftigen. Es ist – neben dem Kondom - eine weitere Möglichkeit HIV-Infektionen zu verhindern. Die PrEP schütz aber nur vor HIV und nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel Tripper, Chlamydien, Syphilis oder Hepatitis.

Wie funktioniert die PrEP?

Dafür schluckt man die PrEP Pille entweder täglich, oder einfach während dem Zeitraum, wo man besonders anfällig für eine Infektion wäre – zum Beispiel in den Ferien. Damit sich der Schutz optimal aufbauen kann, nimmt man die Pille ausserdem einige Tage vor und danach noch zusätzlich, dann ist eine Ansteckung mit HIV fast ausgeschlossen. Wird das Medikament abgesetzt, verschwindet auch die Schutzwirkung wider.

Bevor man beginnt PrEP einzunehmen, muss eine ärztliche Untersuchung stattfinden. Erst wenn ein HIV-Test negativ ist und auch alle anderen Werte stimmen, kann mit der PrEP begonnen werden. Dann folgt alle vier Monate eine Kontrolle.

In der Schweiz noch nicht krankenkassenanerkannt

Was zunächst mal gut tönt hat allerdings einen Haken: In der Schweiz ist das Medikament noch nicht von Krankenkassen anerkannt. Das bedeutet, eine Schachtel mit einer Monatsration an Pillen kostet rund 900 Franken. Die Arztkosten und Untersuchungen sind aber durch die Grundversicherung der Krankenkasse gedeckt.

Audiofiles

  1. Beitrag zu PrEP. Audio: Tise Oetterli

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