Nehmen Landwirte den Klimawandel nicht ernst?

Gemäss Acroscope hätten die Landwirte dadurch Probleme

Die Schweizer Landwirte sollen selber schuld sein, dass sie unter der enormen Hitze und Trockenheit leiden. So der Vorwurf, welcher Acroscope gegenüber dem TagesAnzeiger äusserte.

Der Vorwurf fundiert auf der Aussage, dass die Bauern den Klimawandel nicht ernst genommen hätten. Seit Jahren würde das Klima immer wärmer, man hätte sich darauf vorbereiten müssen. Einen Vorwurf, welchen die Landwirte nicht auf sich sitzen lassen. Man habe durchaus einiges unternommen, sagt beispielsweise Jakob Lütolf, Präsident des Bäuerinnen- und Bauernverbandes des Kantons Luzern. Insbesondere was das Tierwohl angeht wurde viel gemacht. Aber auch Investitionen in Bewässerungsanlagen seien getätigt worden. So könne heute mit weniger Wasser, besser und optimaler bewässert werden.

Weiter komme hinzu, dass es in diesem Jahr ein Extremjahr sei. Bereits früher habe es solche Jahre gegeben, aber diese müssen hingenommen werden so Lütolf. Jedes Jahr mit einer derartigen Klimalage zu rechnen, sei ebenfalls falsch. Hinzu komme, dass sich die Landwirte wünschen würden, dass die Forschung einen Schritt vorwärts macht, wenn es um die Herstellung von resistenteren Sorten gehe.

Tierbestand reduzieren

Dass die Forschung diesen Ball nicht bereits aufgenommen hat, dem widerspricht beispielsweise Christophe Notz vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Frick. Es wurden bereits Gräser produziert, welche deutlich besser die Hitze und Trockenheit ertragen würden. Er sieht zudem eine weitere Möglichkeit, wie die Bauern den Mangel an Futter ausgleichen könnten. So müssten unter Umständen die Tierbestände reduziert werden. Weniger Tiere, weniger Futter, weniger Kosten, so die Rechnung des FiBL.

Eine Aussage welche bei Jakob Lütolf auf Unverständnis trifft. «Die Schweiz ist das Land, welches weltweit pro Kopf gesehen am meisten Lebensmittel importiert. Wenn wir nun noch weitere Tiere abgeben, würden die Importe noch mehr steigen, was absolut keinen Sinn macht.

Fakt ist, mit dem veränderten Klima müssen alle zurechtkommen. Die Hitze und Trockenheit, das können die Landwirte akzeptieren und damit umgehen. Den Vorwurf, sie würden den Klimawandel zu wenig ernst nehmen und dadurch Probleme bekommen, diesen Vorwurf akzeptieren sie hingegen nicht.

Bauern sollen den Klimawandel nicht ernst genommen haben.

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