SBB-Verwaltungsrat versagte bei Aufsicht

Zu diesem Schluss kommt die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats

Die Aufsicht versagte beim Angola-Mandat von SBB-Präsidentin Ribar.

Der SBB-Verwaltungsrat hat seine Aufsichtspflicht schwer verletzt. Zu diesem Schluss kommt die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats. Grund ist ein Mandat der SBB-Präsidentin Monika Ribar.

Zum Zeitpunkt der Wahl an die SBB-Spitze im Januar 2016 sass Ribar im Verwaltungsrat der Offshore-Gesellschaft Capoinvest Limited. Das Unternehmen steht hinter dem Bau eines Tiefseehafens in Angola. Der Mehrheitsaktionär der Firma wurde jedoch wegen untreuer Geschäftsbesorgung verurteilt.

Heikles Mandat nicht deklariert

Bei ihrer Bewerbung um das SBB-Präsidium hatte Ribar das heikle Mandat nicht deklariert – nach eigenen Angaben hatte sie es vergessen. Weder der SBB-Verwaltungsrat noch der Bundesrat als Wahlbehörde waren über das Capoinvest-Mandat der damaligen Vizepräsidentin im Bild. Ribar informierte den Verwaltungsrat erst nach ihrer Wahl. Wenige Tage vor dem Amtsantritt als Präsidentin im Juni 2016 legte sie das Mandat dann nieder.

Mängel mittlerweile behoben

Bei der SBB wurden die Mängel mittlerweile behoben. Die Geschäftsprüfungskommission fordert nun vom Bundesrat, dass auch dieser sein System ändert, damit solche Fälle künftig vermieden werden können.

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