Katholische Kirche verschärft Anzeigepflicht

Damit will sie verhindern, dass sexuelle Übergriffe vertuscht werden

Felix Gmür

Immer wieder steht die katholische Kirche weltweit in negativen Schlagzeilen. Dies aufgrund von sexuellen Übergriffen. Die Schweizer Bischofskonferenz hat nun Massnahmen ergriffen und die Meldepflicht verschärft. 

Sexuelle Übergriffe in der katholischen Kirche sollen künftig in jedem Fall und sofort zu einer Anzeige bei der Justiz führen, wenn es Hinweise auf ein
Offizialdelikt gibt. Die Schweizer Bischofskonferenz hat dazu die Anzeigepflicht verschärft. Neu müssen kirchliche Amtsträger Verdachtsfälle auch dann zur Anzeige bringen, wenn das Opfer dies nicht wünscht. Dies gilt für Fälle, die noch nicht verjährt sind, wie der jetzige Vizepräsident und zukünftige Präsident der SBK, der Basler Bischof Felix Gmür, am Mittwoch an einer Medienkonferenz sagte. Andernfalls sei die Vertuschungsgefahr zu gross, erklärte Gmür.

Immer mehr Opfer gemeldet

Nur die staatlichen Untersuchungsbehörden hätten die Mittel, um eine Untersuchung richtig zu führen, wenn nötig mit Zwangsmassnahmen. Sexuelle Übergriffe innerhalb der katholischen Kirche sorgen seit Jahren weltweit für negative Schlagzeilen. Auch in der Schweiz melden sich immer mehr Opfer, die von Kirchenleuten belästigt oder missbraucht worden sind. Im vergangenen Jahr kam es zu 65 neuen Meldungen, was ein markanter Anstieg ist.

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