LU: Kantonsparlament begrüsst Notfall-Gebühr

Regierung will sich auf Bundesebene dafür einsetzen

Wer die Notfallstation im Spital aufsucht, soll einen Selbstbehalt bezahlen - das Luzerner Kantonsparlament begrüsst diese Idee und hat einen Vorstoss der FDP-Fraktion teilweise überwiesen. Mit der Notfall-Gebühr könnten die Gesundheitskosten massiv gesenkt, so das Parlament. Weil eine solche Gebühr auf Kantonsebene rechtlich nicht zulässig ist, will sich die Luzerner Regierung auf Bundesebene dafür einsetzen.

Bis auf die SP und die Grünen unterstützten alle Fraktionen den vom Regierungsrat vorgeschlagenen Weg. Eine solche Gebühr sei unsozial, sagte Christina Reusser von den Grünen: "Menschen, die sonst schon über knappe Finanzen verfügen und dadurch eine hohe Franchise haben, würden wohl noch später zum Arzt gehen, und ihr Gesundheitszustand würde sich weiter verschlechtern."

Viele Patienten haben heute keinen Hausarzt mehr und nehmen im Krankheitsfall einen Notfalldienst in Anspruch. Vorgeschlagen wurde von der FDP eine Notfallgebühr zwischen 30 und 50 Franken.

"...man könnte rund 330 Millionen einsparen."

FDP-Parlamentarier Herbert Widmer glaubt, dass dadurch viel Geld gespart werden kann. Er schätzt, dass es jährlich rund zwei Millionen Notfallbehandlungen gibt. Mindestens die Hälfte davon sei nicht nötig, man gehe aus lauter Bequemlichkeit direkt auf den Notfall statt zuerst zu einem Hausarzt, so Widmer: "Ich behaupte und denke, es wäre auch beweisbar, dass man rund 330 Millionen Franken einsparen könnte."

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