Wer folgt nun auf Doris Leuthard?

Anfangs Dezember werden gleich zwei Sitze im Bundesrat neu besetzt

Was für eine Woche! Nach FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat nun auch CVP-Bundesrätin Doris Leuthard ihren Rücktritt auf Ende Jahr bekannt gegeben. In der Wintersession werden somit gleich zwei Sitze in der Landesregierung neu besetzt. Nun beginnen die Spekulationen um die Nachfolge.

Das Rennen um die Nachfolge von Bundesrätin Doris Leuthard und Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist eröffnet. Der Doppelrücktritt gibt der CVP mehr Spielraum für die Nachfolge. Bei einem Einzelrücktritt von Leuthard wäre der Druck auf die CVP gross gewesen, für eine weibliche Nachfolge zu sorgen. Würde ein Mann auf Leuthard folgen, wäre SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga die einzige Frau im Bundesrat. Mit einem Doppelrücktritt liegt die Verantwortung, für eine angemessene Vertretung der Geschlechter zu sorgen, nun in erster Linie bei der FDP.

Vortritt bei der Wahl

Die CVP ihrerseits kann geltend machen, dass ihr Sitz nun zwölf Jahre lang in Frauenhand war. Das Verfahren der Ersatzwahl gibt der CVP zusätzlichen Spielraum. Wegen der längeren Amtsdauer von Leuthard wird deren Nachfolger oder Nachfolgerin zuerst gewählt. Unebenheiten bei der Vertretung der Frauen oder der Regionen könnten immer noch bei der Besetzung des FDP-Sitzes geglättet werden. 

Ein Name wird bei der CVP besonders häufig genannt

Allerdings fällt auch bei der CVP häufig ein Frauenname, nämlich jener der Walliser Nationalrätin Viola Amherd. Sie bringt als frühere Stadtpräsidentin von Brig Exekutiverfahrung mit. Ebenfalls im Gespräch ist die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter. Von den fünf CVP-Regierungsrätinnen wurden bislang die Urnerin Heidi Z'graggen und die Thurgauerin Carmen Haag ins Spiel gebracht. Auch die Zürcher Regierungsrätin Silvia Steiner wird genannt - allerdings stellt der Kanton Zürich mit Ueli Maurer bereits einen Bundesrat.

Viele Männer

Bei den Männern gehören die Ständeräte Pirmin Bischof (SO) und Stefan Engler (GR) zu den Favoriten. Engler kann Regierungserfahrung vorweisen, zudem stammt er aus der derzeit untervertretenen Ostschweiz. Mit einer möglichen Kandidatur auseinandersetzten müssen sich auch der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth, der Zuger Ständerat und Ex-Finanzdirektor Peter Hegglin oder die Nationalräte Martin Candinas (GR) und Stefan Müller-Altermatt (SO). Der Name des Innerrhoder Landammanns und Nationalrats Daniel Fässler fällt ebenfalls hin und wieder.

Gerhard Pfister nahm sich bereits selber aus dem Rennen

Ambitionen und intakte Chancen wurden Parteipräsident Gerhard Pfister nachgesagt. Weil der Zuger dem rechts-konservativen Flügel der CVP angehört, könnte er wohl auf viele Stimmen der SVP und FDP zählen. Pfister hat sich allerdings bereits selber aus dem Rennen genommen. Er werde sich nicht als Kandidat zur Verfügung stellen, sagte er. Es sei nicht gut, wenn eine Partei vor den Wahlen den Präsidenten auswechseln müsse.

Sieben Frauen

So oder so wird die Frauenfrage die Ersatzwahl in der Wintersession prägen. Bisher sassen insgesamt sieben Frauen im Bundesrat. Für kurze Zeit waren die Frauen in der Mehrheit: Zwischen dem Amtsantritt von Simonetta Sommaruga im November 2010 und dem Rücktritt von Micheline Calmy-Rey Ende 2011 gehörten vier Frauen dem Bundesrat an. Danach waren es bis zum Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf 2015 noch drei. Elisabeth Kopp war 1984 als erstes weibliches Mitglied in die Schweizer Landesregierung gewählt worden. Sie war bislang die einzige FDP-Frau.

Quelle: sda

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