Erstfeld: Weg frei für Wasserkraftwerk

Urner Parlament erteilt Konzession für Stromgewinnung am Alpbach

Der Alpbach im Erstfeldertal wird als Trinkwasserquelle und für Wasserkraft genutzt

Am Mittwochmorgen erteilte der Urner Landrat der KW Erstfeldertal AG die Konzession, um am Alpbach Strom zu produzieren. Auch wegen Einsprachen und der Sorge um die Trinkwasserquelle hat sich das Projekt jahrelang verzögert. Nun steht der Stromgewinnung im Erstfeldertal nichts mehr im Weg.

Nach jahrelangem Hin und Her ist der Weg geebnet, um den Alpach im Urner Erstfeldertal zur Stromgewinnung nutzen zu können. Denn am Mittwochmorgen erteilte das Urner Kantonsparlament der KW Erstfeldertal AG die Konzession. Die Konzessionserteilung wurde im Landrat zur klaren Sache, mit 56 Ja-, gegenüber keiner Nein-Stimme (bei einer Enthaltungen).

Die Konzession läuft nun für 80 Jahre ab Inbetriebnahme und berechtigt zur Nutzung einer mittleren Wassermenge von 1,80 Kubikmeter pro Sekunde. Daraus sollen dann etwa 32 Gigawattstunden (GWh) Strom produziert und rund 7’200 Haushalte versorgt werden. Nach der Konzessionserteilung muss die KW Erstfeldertal AG diese nun innert 60 Tagen zur Annahme erklären.

Langes Hin und Her
Das Projekt stand lange Zeit im Ungewissen. Dies aufgrund einiger Einsprachen und Sorgen der Erstfelderinnen und Erstfelder um die Trinkwasserquelle. Über 90 Prozent der Erstfelder Bevölkerung hatten sich 2015 an der Urne dafür eingesetzt, dass die Trinkwasserquelle geschützt bleibt. Die Baudirektion Uri kam dann zum Schluss, dass es trotzdem möglich ist, am Alpbach erneuerbare Energie zu produzieren, gleichzeitig aber auch die Trinkwasserquellen im heutigen Rahmen weiter zu nutzen.

So gab es dann in diesem Jahr mit 76,8 Prozent ein deutliches Ja der Gemeinde für eine Beteiligung an der Kraftwerk Erstfeldertal AG.

36-Millionen-Projekt
Im Kanton Uri ist der Alpbach das grösste noch zur Stromproduktion nutzbare Gewässer. Als Kompromiss handelt es sich beim konzessionierten Projekt um eine kleinere Nutzungsvariante. Das Wasser wird im Gebiet Schopfen auf 730 Metern über Meer gefasst und 250 Höhenmeter tiefer wieder eingespeist. Von einer grösseren Nutzung hat man wegen eben dieser Trinkwasserbedenken abgesehen.

Das ganze Werk am Alpbach hat ein Investitionsvolumen von rund 36 Millionen Franken. Baubeginn ist frühestens 2019, gebaut wird rund 18 Monate. In Betrieb soll das Kraftwerk dann voraussichtlich Ende 2020 gehen.

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