LU: Durchschnittliche Haushaltsgrösse sinkt

Die Luzerner Bevölkerung braucht zudem mehr Wohnfläche

Im Kanton Luzern wird fleissig gebaut. Die Luzerner Bevölkerung braucht nicht nur mehr Wohnfläche, weil sie ständig wächst. Sondern auch, weil die durchschnittliche Haushaltsgrösse sinkt und die Wohnfläche pro Kopf zunimmt.

Konkret sank die durchschnittliche Grösse eines Haushalts seit den 1970er-Jahren von 3,4 auf 2,3 Personen, wie aus der Rede hervorgeht, die Norbert Riesen, Direktor von Lustat Statistik Luzern, am Montag im Rahmen des diesjährigen Lustat-Meetings zum Thema "Bauen und Wohnen im Kanton Luzern" hielt. An dem Anlass nahm auch Regierungsrat Robert Küng (FDP) teilnahm.

Gleichzeitig stiegen Einpersonenhaushalte stark an. Für den stetig zunehmenden Bedarf an Wohnfläche ist aber auch das Wachstum der ständigen Wohnbevölkerung verantwortlich: Diese nahm im Kanton Luzern seit dem Jahr 2000 um 17 Prozent zu.

Zudem steigt die Lebenserwartung und ältere Personen leben häufig allein. Oder sie bleiben in der Familienwohnung, obwohl die Kinder längst ausgeflogen sind. So habe der gesellschaftliche und demografische Wandel seit den 1970er-Jahren zur markanten Verkleinerung der durchschnittlichen Haushaltsgrösse geführt, sagte Riesen laut Redetext.

"Haushaltsschrumpfung"

Ein Ausdruck der "Haushaltsschrumpfung" sei auch der zunehmende Wohnflächenkonsum pro Kopf. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Bewohnerin und Bewohner stieg im Kanton Luzern von 32 Quadratmetern im Jahr 1980 auf 46 Quadratmeter im Jahr 2016 an.

Die Siedlungsfläche nahm denn auch seit 1980 um 41 Prozent zu. Das ist ein Wachstum von 4500 Hektaren und entspricht etwa der eineinhalbfachen Grösse der Stadt Luzern.

Am günstigsten im Entlebuch

Der Bauboom variiert im Kanton Luzern von Region zu Region. Ende 2016 war laut Riesen der Anteil der Neuwohnungen am Wohnungsbestand in den Regionen Sursee/Sempachersee und Seetal sowie im Agglomerationsgürtel am höchsten. Dort betrug er jeweils über 2,3 Prozent. Die tiefsten Werte verzeichnen die Stadt Luzern und das Entlebuch mit einem Anteil von unter einem Prozent.

Laut Riesen sind die Luzerner ein Volk von Mieterinnen und Mietern: 61 Prozent der bewohnten Wohnungen wurden im Jahr 2016 gemietet. Günstigen Wohnraum gibt es im Kanton Luzern vor allem im Westen. Im Jahr 2016 befanden sich die günstigsten Wohnungen im Entlebuch, die teuersten im Agglomerationsgürtel.

Im Entlebuch bezahlt man im Schnitt für eine 4-Zimmer-Wohnung 1130 Franken. Die höchsten Mieten wurden in diesem Segment mit 1640 Franken in der Region Rooterberg/Rigi bezahlt.

(sda)

Haushalte in Luzern werden personenmässig kleiner, aber flächenmässig grösser (Symbolbild)

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