Bundesrat schützt Schweizer Börse mit Notrecht

Ab 2019 dürfen in der EU keine Schweizer Aktien mehr gehandelt werden

Aktie (Symbolbild)

Während den Verhandlungen um ein institutionelles Rahmenabkommen drohte die Europäische Union EU der Schweiz immer wieder damit, die Schweizer Börse nicht mehr als gleichwertig anzuerkennen. Jetzt greift der Bundesrat zu Notrecht. Ab 2019 dürfen in der EU keine Schweizer Aktien mehr gehandelt werden.

Die Schweizer Börse begrüsst das Notrecht des Bundesrates gegen die EU. Diese dienten dem Schutz der Funktionsfähigkeit der Schweizer Börseninfrastruktur. Denn die neue Verordnung stelle sicher, dass EU-Marktteilnehmer weiterhin Zugang zum Schweizer Markt hätten und dort Schweizer Aktien handeln könnten, wie ein Sprecher der Schweizer Börse gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma verbietet jenen ausländischen Börsen den Handel mit Schweizer Aktien, deren Länder ihrerseits nicht uneingeschränkt den Handel mit Schweizer Aktien erlauben.

Verbot würde für Börsen in EU-Staaten gelten

Anerkennt also die EU die Schweizer Börse nicht als gleichwertig, so würde dieses Verbot etwa für Börsen in EU-Staaten gelten. Damit sollen dann in der Schweiz nur noch Papiere aus Ländern gehandelt werden, deren Börsen von der Schweiz als gleichwertig anerkannt sind. Börsen in EU-Staaten würden nicht dazu gehören. Damit sollen Wertpapierfirmen in der EU weiterhin hierzulande Schweizer Aktien handeln können, weil die Schweizer Aktien nicht mehr dem Handelsmandat der EU-Regulierung unterstehen würden. Die Schweizer Börse bedauere jedoch, dass es überhaupt notwendig gewesen sei, diese Massnahme einzuführen.

Keine Abwanderung befürchtet

"Wir rechnen nicht mit einer Abwanderung von Schweizer Grossfirmen zu Börsen in der EU", sagte der Sprecher weiter. Die Schweizer Börse biete den liquidesten und kostengünstigsten Markt für diese Aktien. Die internationale Vernetzung des Schweizer Finanzzentrums sei eine fundamentale Voraussetzung für diese Bedingungen - sowohl für heimische als auch für europäische Anleger, erklärte er. Für die Schweizer Börse habe das Erreichen der Gleichwertigkeit weiterhin höchste Priorität, sagte der Sprecher: Damit werde Rechtssicherheit hergestellt und der Bedarf der Anleger nach transparenten und effektiven, offenen Märkten bedient.

Rund ein Drittel im Ausland gehandelt

Derzeit wird rund zwei Drittel des Handelsvolumens mit Schweizer Titeln an der Schweizer Börse abgewickelt und ein Drittel an ausländischen Handelsplätzen. Eine Abwanderung der Schwergewichte Nestlé, Novartis oder Roche an ausländische Handelsplätze wäre für die Schweizer Börse ein herber Schlag.

Kommentieren

comments powered by Disqus