Verabschiedung Leuthard und Schneider-Ammann

Die abtretenden Bundesräte wurden mit einer Standing-Ovation gewürdigt

Gleich zu beginn des heutigen Tages sind die beiden abtretenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann verabschiedet worden. Nationalratspräsidentin Marina Carobbio würdigte die scheidenden Bundesräte Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann als «Bundesrätin der Herzen» und «Unternehmer». Beide wurden mit einer Standing-Ovation verabschiedet.

"Doris Leuthard ist eine Frau des Herzens, und unter anderem deshalb ist sie so populär": Mit diesen Worten hat Nationalratspräsidentin Marina Carobbio (SP/TI) die abtretende Umwelt- und Verkehrsministerin gewürdigt. Verbunden mit dieser Popularität sei ein ausgeprägter politischer Instinkt. Die Nationalratspräsidentin würdigte die Erfolge Leuthards, die zunächst dem damaligen Volkswirtschaftsdepartement vorgestanden hatte. Als Beispiele nannte sie die Aufnahme von Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit China, die inzwischen abgeschlossen seien, und die Revision der Arbeitslosenversicherung.

Phänomenales Gedächtnis

In den Ratsdebatten zum Energiegesetz habe Leuthard Tag für Tag ihr phänomenales Gedächtnis unter Beweis gestellt, gepaart mit der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich wiederzugeben. "Sie hatte ihre Dossiers zweifellos im Griff." Aber auch Rührung und Bewegung habe Leuthard mehrere Male öffentlich gezeigt. Dem Dank Carobbios an Leuthard als "Grande Dame politique" schloss sich das Parlament mit einer langen "Standing Ovation" an.

Zu Konkordanz, Konsens und Kompromiss aufgerufen hat die scheidende Bundesrätin Doris Leuthard in ihrer Abschiedsrede vor dem Parlament. Ihr Amt habe sie als ehrenvolles Privileg verstanden und als Dienst an der Schweiz. Leuthard nannte ihre zwölf Jahre im Bundesrat eine spannende, aber auch sehr intensive Zeit. Leuthard forderte, sich auf die Werte zu besinnen, die die Schweiz stark gemacht hätten: Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, Verlässlichkeit, Innovationskraft sowie Offenheit und Kooperation. Leuthard forderte Präsenz auf der internationalen Bühne. Die Schweiz müsse ihre Anliegen offensiv einbringen.

Schneider-Ammanns Einsatz für Handel und Berufsbildung gewürdigt

Nationalratspräsidentin Marina Carobbio hat den abtretenden Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Mittwoch als engagierten Volkswirtschaftsminister und einen der wichtigsten Promotoren der Berufsbildung gewürdigt. In seinen 20 Jahren Bundespolitik haben er nie ein Geheimnis daraus gemacht, für wen und für was sein Herz schlage, sagte Carobbio. 2010 habe das Parlament einen Unternehmer in den Bundesrat gewählt. So habe es in der Natur der Sache gelegen, dass Schneider-Amman das Volkswirtschaftsdepartement übernommen und es nicht aus mehr der Hand gegeben haben. Die Nationalratspräsidentin zeigte sich überzeugt, dass Schneider-Ammann die Arbeit des Parlaments weiterhin aus der Ferne kritisch verfolgen werde. Dabei müsse er sich künftig keine Sorgen mehr machen, ob er gerade den Politiker-Hut, den Verbandshut oder den Unternehmer-Hut anhabe.

Schneider-Ammann wünscht sich Ehrlichkeit, Rechtzeitigkeit und Mut

Mit dem Wunsch nach Ehrlichkeit, Rechtzeitigkeit und Mut hat sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann vor der Wahl seiner Nachfolgerin oder seines Nachfolgers von der Vereinigten Bundesversammlung verabschiedet. "Ein Rednerpult käme mir auf die Frage nach meinem Lieblingsmöbel bestimmt nicht in den Sinn", begann Schneider-Ammann seine Rede vor dem Parlament und erntete Lachen und Applaus. Trotz etwas Wehmut falle es ihm nun leicht, im Parlament zu sprechen. "Weil ich zum ersten Mal vor Ihnen stehe ohne etwas zu wollen." Arbeiten und Resultate bringen: So habe er das Amt als Bundesrat interpretiert, sagte Schneider-Ammann. Er habe sich stets als Vertreter des Konkreten verstanden, nicht als Publikumsliebling.

Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier verabschiedeten nach Doris Leuthard auch Schneider-Ammann mit einer ausgiebigen Standing Ovation.

(Quelle: sda)

Audiofiles

  1. Würdigung und Verabschiedung mit Originaltönen. Audio: Yanik Probst / Boris Macek

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