Fall Rupperswil: Täter bleibt ordentlich verwahrt

Die Berufung des Vierfachmörders wurde abgewiesen

Es bleibt dabei: Der Vierfachmörder von Rupperswil AG wird ordentlich verwahrt. Das Aargauer Obergericht hat am Donnerstag die entsprechende Anordnung des Bezirksgerichts Lenzburg AG bestätigt.

Auch die Oberrichter kamen zur Ansicht, für eine lebenslängliche Verwahrung fehle eine zentrale Voraussetzung. Laut Gesetz darf ein Beschuldigter nur dann lebenslänglich verwahrt werden, wenn zwei unabhängige Gutachter ihn als "dauerhaft untherapierbar" erklärt haben. Dies ist im vorliegenden Fall nicht so.

Vor dem Obergericht Aargau hatten am Donnerstag beide psychiatrischen Gutachter verneint, dass beim Vierfachmörder von Rupperswil AG eine dauerhafte Untherapierbarkeit vorliege. Die Staatsanwältin fordert dennoch eine lebenslange Verwahrung.

Für den heute 35-jährigen Vierfachmörder gilt damit die bereits rechtskräftige lebenslängliche Freiheitsstrafe und daran anschliessend die ordentliche Verwahrung.

Zweck der Verwahrung ist der Schutz der Gesellschaft vor einem gefährlichen Täter. Im Unterschied zur lebenslänglichen wird bei einer ordentlichen Verwahrung regelmässig überprüft, ob sie noch gerechtfertigt ist. Für den Verwahrten gibt es so eine kleine Chance, irgendwann auf freien Fuss zu kommen. Die allermeisten ordentlich Verwahrten bleiben aber eingesperrt.

Weiter verhängte das Gericht ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen. Das Urteil ist damit eröffnet aber noch nicht rechtskräftig. Beide Parteien können das Urteil noch an das Bundesgericht weiterziehen.

(sda)

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  1. Fall Ruppserswil: Aargauer Obergericht bestätigt Bezirksgerichtsurteil. Audio: Urs Schlatter / Marco Zibung

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