Luzern: Horwer Bordellinhaberin verurteilt

Sie liess die Prostituierten rund um die Uhr anschaffen

Bordell-Besitzerin verurteilt (Symbolbild)

Das Luzerner Kriminalgericht hat eine Inhaberin eines Bordells in Horw zu einer Geldstrafe von rund 26'000 Franken auf Bewährung verurteilt. Es sprach die 54-Jährige unter anderem der mehrfachen Förderung der Prostitution schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Weiter machte sie sich der mehrfachen Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung sowie der mehrfachen qualifizierten Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts schuldig, wie aus dem Urteil hervorgeht. Dieses ist noch nicht rechtskräftig, Berufung wurde angemeldet. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Sie muss zudem drei Privatklägerinnen den von ihr verursachten Schaden ersetzen. 

Visa erschlichen

Die Beschuldigte war Inhaberin eines Bordells in Horw. Von Januar bis August 2014 arbeiteten bei ihr unter anderem auch vier thailändische Prostituierte. Laut Anklageschrift sollen diese mit erschlichenen Schengen-Touristenvisa in die Schweiz gereist sein. Die Visa stammen von Menschenhandelsorganisationen in Thailand und die Prostituierten (Frauen und Transvestiten) mussten dafür sich mit Geldbeträgen von 3'300 bis 25'000 Franken verschulden.

Frauen mussten bis zu 24 Stunden am Tag arbeiten

Die Beschuldigte nutzte weiter den illegalen Aufenthalt sowie die ärmlichen Verhältnisse der Prostituierten aus, um sie unter Druck zu setzten. Sie kontrollierte zudem ihre Mitarbeiter bei der Ausübung ihrer Tätigkeit, bestimmte Arbeitskleider, die Art der angebotenen Sexualpraktiken und sie mussten zwischen 16 und 24 Stunden an sieben Tage in der Woche arbeiten.

Grossteil der Einnahmen mussten abgegeben werden

Wer sich nicht an ihre Vorgaben hielt, verlor umgehende den Arbeitsplatz. Zudem mussten die Prostituierten zwischen 50 und 60 Prozent ihrer Einnahmen der Bordellinhaberin abgeben und teilweise für Wasser, Elektrizität oder Internetwerbung zusätzliche Abgaben entrichten.

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