Wenn der Valentinstag zum Frusttag wird

Zu hohe Erwartungen können den Tag der Liebe zum Tag des Streits machen

Mit dem Valentinstag verhält es sich häufig wie mit der Fasnacht: Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Einige Paare beschenken sich mit roten Rosen, Schokolade oder einem edlen Abendessen, für andere ist er einfach nur überflüssig. Manchmal kann der Tag der Verliebten sogar grossen Frust mit sich bringen.

Das Geschäft rund um den Valentinstag ist riesig. Für Blumengeschäfte gehört er zu den ertragsreichsten Tagen im Jahr und in vielen Restaurants herrscht Hochbetrieb. Die Werbung trägt ihren Teil zum Status Quo bei. Auf grossen Plakaten, in der Zeitung, an Bushaltestellen und im Supermarkt wird man darauf aufmerksam gemacht: «Heute ist Valentinstag. Kaufe ein Geschenk.»

Gerade deswegen entstehe viel Druck und Erwartungen würden geweckt, sagt der Zuger Paar- und Sexualberater David Siegenthaler: «Hofft ein Teil des Paares auf ein Geschenk und diese Erwartung wird nicht erfüllt, kann das grossen Frust auslösen und sogar zum Streit führen.» Auf der anderen Seite gäbe es auch Fälle, bei welchen jemand ein Geschenk erhält, dieses aber nicht annehmen will. Wie kann man solche Probleme umgehen? «Am besten spricht man zuvor miteinander über den Tag. Will man ihn feiern und wenn ja wie, oder lässt man es bleiben?.»

Für Singles kann der Valentinstag eine regelrechte Tortur sein, insbesondere für jene, die ungewollt alleine sind. Es gibt aber laut David Siegenthaler eine Möglichkeit, um den Tag ohne grosse Qual zu überstehen: «Gesellschaft hilft. Singles können sich mit anderen Singles treffen, oder auch mit Familienmitgliedern oder mit Freunden.» Allgemein müssten beim Valentinstag nicht immer teure Geschenke übergeben werden. Manchmal sei sich Zeit zu schenken, das schönste Geschenk.

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