Hohe Unzufriedenheit beim Pflegepersonal?

Die Unia schlägt Alarm

 

Jede zweite Pflegeperson in der Langzeitpflege kann sich laut einer Umfrage nicht vorstellen, bis zur Pensionierung im Beruf zu bleiben. Als Ursache ortet die Unia die Ökonomisierung der Pflege und fordert die Abschaffung der Jahresarbeitszeit. Das Beispiel des Pflegeheims Dreilinden zeigt, dass es auch Ausnahmen gibt.

Branchenvertreter der Gewerkschaft Unia sprachen am Freitag vor den Medien vor "alarmierenden Ergebnissen", welche die neuste Pflegeumfrage ergeben hat. Ausgewertet wurden insbesondere die Angaben von 1194 Personen, die in der Langzeitpflege arbeiten. Demnach gaben 47 Prozent der Befragten an, dass sie nicht bis zur Pensionierung in der Pflege arbeiten wollen. Bei den Fachangestellten Gesundheit (FaGe) lag der entsprechende Anteil sogar bei 52 Prozent.

Nur jeder Fünfte plant diesen Job bis zur Rente

Nur jede und jeder Fünfte denkt, dass dies sein Job ist bis zur Rente. Das sind schlechte Aussichten für eine Branche, in welcher ohnehin grosser Personalmangel herrscht, wie die Unia in ihrer Mitteilung zur Umfrage schreibt.

Gesundheitlich angeschlagen und gestresst

Hauptgrund für den Ausstiegswunsch sind gesundheitliche Probleme. Jede Zweite will aufhören, weil der Pflegeberuf ihre Gesundheit schädigt oder ruiniert. 86 Prozent der Befragten fühlen sich laut Umfrage oft müde und ausgebrannt. 72 Prozent gaben an, regelmässig unter körperlichen Beschwerden zu leiden.

Pflegende fühlen sich unterbezahlt

Zu den gesundheitlichen Risiken kommt hinzu, dass sich die Pflegenden unterbezahlt fühlen. Zwei von drei Befragten fanden zudem, die Dienstplanung sei zu wenig fair und ausgewogen. 87 Prozent waren der Meinung, dass zu wenig Personal angestellt sei. Der gleiche Prozentsatz gab an, nicht genügend Zeit für Bewohner und Patientinnen zu haben. Das Resultat der Überlastung sei eine mangelhafte Qualität der Pflege.

Unia fordert Abschaffung der Jahresarbeitszeit

Angesichts der prekären Befunde der Umfrage verlangt die Unia die Abschaffung der Jahresarbeitszeit und dadurch faire Dienstpläne und Schichtsysteme; weiter brauche es eine faire Finanzierung der Pflege mit fairen Löhnen, die auch bei Teilzeitpensen zum Leben reichten.

Tele1 hat das Pflegeheim Dreilinden in Luzern mit der Umfrage konfrontiert. Das Beispiel zeigt, dass es auch Ausnahmen gibt.

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