Frauenquote an der Luzerner Fasnacht

Die ehemalige Stadträtin Ursula "Wämmer" rüttelt an alten Traditionen

Frauen in der Zunft? Ein absolutes No-Go an der Luzerner Fasnacht, zumindest bis jetzt. Ursula "Wämmer", die ehemalige Stadträtin, rüttelt zusammen mit anderen Frauen an alten Traditionen. Natürlich im ganz fasnächtlichen Stil.

Bis heute gibt es keine Frauen unter den Fasnachtsgewaltigen in Luzern. Um die alten Traditionen aufzurütteln und "am Erfolg der Männer-Zünfte anzuknüpfen", hat die ehemalige Stadträtin Ursula "Wämmer" extra für die Fasnacht die "Lozärner Frouezomft" gegründet, wie die Luzerner Zeitung berichtet. Ganz im fasnächtlich intrigierenden Stil sagt "Wämmer": "Am wichtigsten gesellschaftlichen Event der Region – eben an der Fasnacht – sind wir Frauen seit jeher krass benachteiligt." Die Diskriminierung zeige sich zwar nicht an der Basis. "Aber in den wichtigen Zünften haben wir Frauen noch immer nichts verloren." Das gelte etwa für die Zunft zu Safran, die Wey-Zunft, die Fidelitas Lucernensis oder die Maskenliebhaber-Gesellschaft. Auch das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK) sei eine von Männern dominierte Organisation. "Wir Frauen müssen also überall dort draussen bleiben, wo bei verreckt viel Bier und Holdrio Pakte geschlossen werden."

"Wir Frauen müssen also überall dort draussen bleiben, wo bei verreckt viel Bier und Holdrio Pakte geschlossen werden."

Frauen sind dabei, aber nicht als Mitglieder

Mike Hauser, Präsident des Luzerner Fasnachtskomitees, sagte gegenüber Radio Pilatus und Tele1, dass die Frauen zwar dabei seien, aber nicht als Mitglieder. Der amtierende Fritschivater, Reto Schriber, findet es toll, dass die Frauen jetzt auch eine Zunft gegründet haben. Er glaubt aber nicht, dass die Frauen das brauchen, um Karriere zu machen. "Ich glaube, dass die Frauen auch jetzt schon an der Fasnacht sehr gute Kontakte knüpfen können und dies auch tun", so Schriber gegenüber Tele1 und Radio Pilatus.

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