Surseer machen Stadtrat Strich durch die Rechnung

Kein neuer Wohnraum in Arbeitszonen

Redebedarf in Sursee. Für die Einwohner gab es diese Woche gleich zwei Versammlungen, an welchen die Bewohner und die Stadt während 12 Stunden diskutierten. Vor allem die neue Ortsplanung macht der Stadt Sursee Bauchschmerzen. Die Surseer haben diese zwar angenommen, das Ganze kam jedoch anders heraus als es der Stadtrat gerne gehabt hätte.

Am Montag und Dienstagabend gab es in Sursee historische Einwohnergemeindeversammlungen. Aufgrund von 50 Einsprachen reichte ein Abend für die Abstimmungen nicht. Die Versammlungen dauerten bis spät in die Nacht und zwar an beiden Abenden. Zwar stimmten die Stimmberechtigten der Gesamtrevision der Ortsplanung – bestehend aus Zonenplan und Bau- und Zonenreglement mit grossem Mehr zu, dies aber nur unter Berücksichtigung der im Verlauf der Versammlung vorgenommenen Beschlüsse. Folgende Anträge lehnten die Stimmbürger ab: Auf der Parzelle im Neufeld wird kein günstiger Wohnraum realisiert. Zum Gebiet Buchenhof: Die Versammlung schickt die Pläne für die beiden Hochhäuser haushoch bachab. Die Parzellen im Gebiet Münchrüti-Chlifeld verbleiben in der Arbeitszone. Auch das Gebiet Surenhof verbleibt in der Arbeitszone. Zudem wird dem Antrag des Stadtrats, die Parzelle 813 (Zeughaus) umzuzonen, nicht stattgegeben. Auch hier gibt es keine Zone mit Bebauungsplanpflicht. Das Gebiet Eichhofplatz verbleibt ebenfalls in der Arbeitszone.

Neufeld eines der letzten Grünflächen

Einige Zonenänderungen gaben schon seit Jahren zu reden. Zum Beispiel das Gebiet Neufeld. Dort plante die Stadt Sursee auf 7000 Quadratmetern günstige Wohnungen zu bauen. "Es handelt sich dabei um eine der letzten Grünflächen.", sagt Marius Beck von der IG Neufeld. Er wohnt schon lange in diesem Gebiet und hat sich jahrelang gegen die Grünflächenverbauung gewehrt. Am Dienstagmorgen um halb eins konnte er aufatmen, die Stadtbevölkerung hat die Pläne der Stadt dazu versenkt. Er freute sich riesig darüber: "Ich kann es noch nicht so richtig glauben. Die 6 Jahre haben viel Zeit und Energie gebraucht. Ich freue mich für alle Anstösser und Surseer, dass das Land in öffentlicher Hand bleibt. Und ich freue mich auch für meine Kinder, die hier nun Gelegenheit haben das Gebiet später mitzugestalten."

Die Altstadt in Sursee

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