Bürgerliche sollen Linksrutsch ausgelöst haben

An den Luzerner Wahlen haben sich die Fronten verhärtet

Die grossen Gewinner der Kantonsparlamentswahlen sind die Grünen. Allgemein dürfen die linken Parteien zufrieden mit sich sein. Die Mehrheit gehört zwar weiterhin den Bürgerlichen, dennoch ist von einem Linksrutsch die Rede. Bei den Regierungsratswahlen triumphierten die beiden bisherigen CVP-Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss. Neu in die Luzerner Regierung gewählt ist Fabian Peter von den Freisinnigen.

Die Klimadebatte und die Frauenvertretung haben bei den kantonalen Wahlen den Luzerner Grünen zu unerwarteten Höhenflügen verholfen. Die Wählerinnen und Wähler setzten im Parlament vermehrt auf Öko-Parteien. Für eine Überraschung sorgte auch die Grüne Regierungsratskandidatin.

Drei von fünf Regierungsräten sind gewählt

Im fünfköpfigen Regierungsrat wurden im ersten Wahlgang nur zwei der vier Bisherigen bestätigt, nämlich die beiden Regierungsräte der CVP: Guido Graf holte 59'291 Stimmen, Reto Wyss 58'088. Die Wahl geschafft hat ferner Fabian Peter (FDP) mit 56'410 Stimmen. Der 42-jährige Sanitärunternehmer und Kantonsrat konnte somit auf Anhieb den freiwerdenden Sitz der Freisinnigen verteidigen.

Der bisherige Regierungsrat Paul Winiker (SVP) blieb mit 53'675 Stimmen relativ knapp unter dem absoluten Mehr von 54'369 Stimmen. Deutlichzurück blieb der parteilose Regierungsrat Marcel Schwerzmann, der nur 39'500 Stimmen machte. Der Finanzdirektor kam damit nur auf den siebten Platz. Noch vor Schwerzmann platzierten sich die Kandidaten der Linken. Korintha Bärtsch (Grüne) holte sich 42'946 Stimmen, genau 400 Stimmen mehr als Jörg Meyer von der SP.  Der frühere Nationalrat Roland Fischer (GLP) konnte 35'365 Stimmen auf sich vereinigen .

Grüne und SP greifen im Regierungsrat an

Vor vier Jahren hatte die SP ihren Regierungssitz nach 56 Jahren verloren. Gleichzeitig wurden die Frauen aus der Regierung abgewählt. Dass die grüne Kandidatin sogar mehr Stimmen machte als der SP-Vertreter, dies dürfte auch daran liegen, dass sie die einzige Frau im Kandidatenfeld war. Wie die Linken sich nun für den zweiten Wahlgang positionieren wollen, liessen Bärtsch und Meyer am Sonntag offen. Bärtsch wurde mit grossem Applaus im Wahlzentrum empfangen. Die 34-jährige Umweltwissenschafterin sagte, sie spüre nur Freude. Meyer verwies darauf, dass sich beide Linke vor einem amtierenden Regierungsrat platzieren konnten. Das zeige, dass sich etwas ändern müsse. Auf die Regierung der letzten vier Jahre könne man nicht stolz sein.

Schwerzmann tritt wieder an

Finanzdirektor Marcel Schwerzmann führte sein schlechtes Abschneiden auf die Kritik der vergangenen vier Jahre zurück und erwähnte auch die Klimademonstrationen, die der Linken Auftrieb gegeben hätten. Er sei nicht für die Luzerner Finanz- und Steuerpolitik abgestraft worden, diese habe es ja schon bei den letzten und vorletzten Wahlen gegeben. Zudem sei diese von der ganzen Regierung, dem Parlament und dem Volk abgesegnet. Schwerzmann will im zweiten Wahlgang erneut antreten, zusammen mit SVP-Regierungsrat Paul Winiker. Dieser sagte, dass es Schwerzmann als Parteiloser schwer habe. Die Parteien müssten sich nun für den zweiten Wahlgang überlegen, welche Finanzpolitik sie wollten.

Ökoparteien mit beinahe doppelt sovielen Sitzen im Kantonsparlament

Einen Erfolg bereits auf sicher haben die Grünen bei den Wahlen ins Kantonsparlament. Sie verdoppelten ihre Sitzzahl auf 14, zusätzlich sind neu auch die Jungen Grünen mit einem Sitz vertreten. Die Grünliberalen legten von 5 auf 8 Sitze zu. Erfolgreich gegen die bürgerliche Politik angekämpft hatte auch die SP. Sie gewann 3 Sitze und kommt neu auf 19 Mandate. Damit liegen die Sozialdemokraten nur noch drei Mandate hinter der SVP und der FDP. Die grosse Verliererin war die SVP war mit einem Minus von sieben 7 Sitzen. Sie hat neu noch 22 Sitze, gleich viele wie die FDP, die drei Sitze einbüsste. Im 120-köpfigen Kantonsrat bleibt die CVP zwar mit 34 Vertretern klar stärkste Kraft, hat aber 4 Sitze verloren. Die drei grossen bürgerlichen Parteien bleiben aber auch nach dem heutigen Wahltag dominierend mit knapp zwei Drittel der Sitze.

(Quelle:sda)

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